Ein musikalischer Ausflug

Besuch im Deutschen Harmonika Museum in Trossingen

 

(MZ/1.11.22) Samstagmorgen, 10 Uhr. Treffpunkt Flüchtlingsunterkunft Wiener Straße. Die Kinder sind ziemlich aufgeregt. „Deutsches Harmonikamuseum?“ – noch nie davon gehört. Aber, raus aus dem grauen Alltag ihrer viel zu kleinen Wohnungen oder tristen Räume der Gemeinschaftsunterkünfte, rein in den großen, blauen Binder-Bus, hinein in einen herrlichen Herbsttag. Das macht richtig Freude. Versammelt ist auf dieser vom Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach organisierten Fahrt eine Gruppe aus vielen Nationalitäten, insgesamt 35 Personen, dazu einige Mitglieder des Freundeskreises. Familien aus Somalia, aus Afghanistan, Geflüchtete aus dem Iran, aus Syrien und dem Irak. Alina Popravka und ihre Tochter Viktoria aus der Ukraine sind beeindruckt von den sanften Hügeln und den grünen Wiesen der Neckar-Alb-Landschaft, und dem darüber gespannten wahren Bilderbuch-Himmel. Die Begrüßung im Deutschen Harmonika Museum in Trossingen durch Museumsdirektor Martin Häffner ist begeisternd. Hunderte Ausstellungsstücke im geschichtsträchtigen Hohner-Areal mitten in der Stadt faszinieren Groß und Klein. Harmonikas, Akkordeons, nicht nur aus der Hohner-Produktion, sondern aus aller Welt, beeindrucken auch die Nicht-Musik-Experten:innen. Anschaulich erläutert der Museumsführer Kultur, Soziales, Wirtschaft und Kunst einer bedeutenden Branche des Landes Baden-Württemberg. Der Besuch der Trossinger historischen Innenstadt langweilt auch die Jüngeren keinesfalls. Endet der Spaziergang doch auf dem idyllischen Spielplatz hinter dem Rathaus. Weil jedes Kind ein kleines buntes Instrument bekommen hat, wird die Bus-Rückfahrt am frühen Abend zum munteren Mundharmonika-Konzert. Das musikalische Vergnügen ist auch der Diakonie Württemberg zu verdanken, die wieder einen Kultur-Ausflug des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach finanziell unterstützt hat.

Herzlich willkommen im Deutschen Harmonikamuseum!

Prächtig, schön, herrlich im Klang.

Aller Anfang ist schwer, ob mit dem "richtigen" Hohner, oder den günstigen Alternativen. Legendär ist die Mundharmonika.


Viel Musik und ein großes Herz

VokalWerk spendet an Geflüchtete in Feuerbach

 

(MZ, 21.9.22) Erstaunen, vor allem aber große Freude beim „Treffpunkt International“ im Burgenlandzentrum: Eine großzügige Spende für den „Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach“ (FFF) und das von ihnen betriebene „Willkommens-Café“ wurde jetzt übergeben.

Anja Schaffrath-Frick und Stephanie Hüttmann überreichten FFF-Sprecher Wolf-Dieter Dorn einen Scheck über 600 Euro. Gespendet wurde diese beachtliche Summe von den Sängerinnern und Sängern des VokalWerk Stuttgart. Das VokalWerk ist aus dem Eltern-Lehrer Chor des Feuerbacher Neuen Gymansiums Leibniz hervorgegangen; über 60 Sängerinnen und Sänger aus Stuttgart machen hierbei mit, berichten die beiden Frauen im Anschluss an die Spendenübergabe bei Tee und Brezeln im Willkommen-Café. Der Chor ist beliebt: Manchmal stehen weit über 100 Akteure auf der Bühne, wenn zum Beispiel der Schülerchor des Neuen Gymnasium Leibniz mit von der Partie ist. Alle Chormitglieder verbindet große Freude am Singen, die Bereitschaft zum Engagement und eine stilistische Offenheit.

Nach den Corona-Maßnahmen startete der Chor mit einer Sommer-Serenade im Gemeindesaal St. Josef in Feuerbach optimistisch in den Juli. Und weil die Kirchengemeinde dem Chor den Saal kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, entschlossen sich die Sängerinnen und Sänger, das auch von Besuchern gespendete Geld einem guten Zweck zuzuführen.

Die Wahl fiel auf den Freundeskreis, der diese Spende mit großer Dankbarkeit annahm. Was passiert jetzt mit dem Geld? Wolf-Dieter Dorn: „Die Gelder werden vielfältig eingesetzt: mal zur Unterstützung beim Brillenkauf, als Hilfe beim Schulbedarf oder bei Lernmitteln für Deutschkurse, als möglicher kleiner Zuschuss zum Kauf eines gebrauchten Fahrrades, zur Unterstützung bei Ausflügen, etwa ins Keltenmuseum, in das Musikautomatenmuseum in Bruchsal oder in das Deutsche Harmonikamuseum in Trossingen, was für den Herbst geplant ist. Oder eben auch als zusätzliche finanzielle Zugabe zur Unterhaltung des Willkommens-Cafés im Burgenlandzentrum.“

Und VokalWerk hat weiterhin Großes vor: The Messiah – Georg Friedrich Händel, am 14 Dezember in der Stadtkirche Bad Cannstatt, um 19.30 Uhr. Herzliche Einladung!


„Der Tag an dem meine Kindheit endete“

 

Autorenlesung mit Farhad Alsilo
Willkommenscafé Feuerbach, Burgenlandzentrum, 23.Mai 2022, 18 Uhr

 

 

Farhad Alsilo war gerade mal 11 Jahre alt, als seine Odyssee am 3. August 2014 begann. Der IS wütete in seinem jesidischen Dorf, tötete den Vater. Die Familie flüchtete durch die brennend heiße Wüste in die Berge.

 

In seinem packenden Erlebnisbericht beschreibt Farhad Asilo seine Kindheit in Syrien, den IS-Terror, Flucht, Vertreibung – und Rettung. Im Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg für verfolgte Jesiden gelangten er und ein großer Teil seiner Familie nach Stuttgart. Die Freude konnte größer nicht sein, als auch seine vom IS verschleppte Schwester wieder auftauchte.

 

Farhad besucht heute das Technische Gymnasium. „Der Tag, an dem meine Kindheit endete“ – eine Autorenlesung über einen dramatischen Überlebenskampf. Mit Farhad Alsilo, im Willkommenscafé im Feuerbacher Burgenlandzentrum, am 23. Mai 2022 um 18 Uhr.

 


Bezirksvorsteher Johannes Heberle und Rainer Götz vom FFF leiten die Veranstaltung. Blick in die coronagerecht pletzierte Teilnehmerrunde.

 

 

Ukrainische Flüchtlinge in Feuerbach

 - Informationsveranstaltung der Bezirksverwaltung und des FFF

 

Rund 300 Geflüchtete aus der Ukraine haben eine Bleibe im Motel One in der Heilbronner Straße gefunden. Darunter viele Kinder. Die AWO hat am 28. März die Betreuung übernommen. Die Kirchen wollen unterstützen. Außerdem lebt in Feuerbach eine offiziell nicht bekannte Anzahl von ukrainischen Geflüchteten in Privatunterkünften.

 

Um Informationen und Hilfsangebote zu bündeln, hat der Feuerbacher Bezirksvorsteher Johannes Heberle zusammen mit dem FFF am 28. März zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Zentrale Anlauf- und Infostelle für die Betroffenen ist das Bürgeramt (die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter registrieren die Betroffenen allerdings der Einfachheit halber derzeit im Motel One). Die Registrierung ist wichtig, danach können alle anderen städtischen Ämter angesteuert werden.

 

Ein herzliches Willkommen den neuen ukrainischen Mitbürgern auch im Café International in der St. Pöltener Straße 29. Geöffnet ist am Mo, Mi und Fr von 17 bis 21 Uhr. Wer Lust hat, bei der ehrenamtlichen Betreuung mitzumachen, gerne bei info@ff-feuerbach.de melden.

 


 

IM NIRWANA VERSCHWUNDEN

Ein Gemeinderatsbeschluss zu einem Familienzentrum in Feuerbach – und was daraus geworden ist.

 

von Michael Zeiß, SWR-Chefredakteur i. R.
Feuerbach, 12.1.2022,

 

Der 20. Dezember 2019, eigentlich ein guter Tag für Feuerbach. Die Stuttgarter Gemeinderät*innen hatten beschlossen, den Stadtteil mit einem Familienzentrum zu beglücken. Der Typ „Plus“ sollte sogar aus dem Burgenlandzentrum nach der Vorlage zum Haushaltsplan 20/21 werden: „Der Standort mit den unterschiedlichen im Areal ansässigen Einrichtungen bietet sehr gute Voraussetzungen für ein generationsübergreifendes Stadtteil- und Familienzentrum.“ Ausstattung: rund 150 000 Euro pro Jahr.

 

Ziemlich „auf Zack“ waren zuvor schon Feuerbacher Bürger*innen. Vor allem auch dank des Engagements des „Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach“ war seit 2018 für alle Bürger (!) einiges los in den kirchlichen und städtischen Räumen des Burgendlandzentrums: vom „Treffpunkt International“ in den Willkommensräumen über Eltern-Kind-Treff, Gehirntraining, Frauenkreis, das „besondere“ Café Beso, kurdischen Tanz, Malkurse für Kinder bis zur Geflüchteten-Beratung. Dazu Weihnachtsfeiern, Autorenlesungen, Ausstellungen, Vorträge. Die Stadt gab ihr finanzielles Scherflein dazu und auch die Evangelische Kirche war natürlich mit von der Partie. Die engagierten Bürger*innen des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach allerdings machten sich immer wieder dafür stark, diesem zwar blühenden, aber doch zarten Pflänzlein gesellschaftlichen Engagements einen festen Rahmen zu geben und in ein solide finanziertes Stadtteil- und Familienzentrum überführen. Ein Konzept hierzu hatte, vergeblich, schon 2013 (!) das „Zukunftsforum“ Feuerbach vorgelegt.

 

Bei den Haushaltsberatungen für 2018/19 fand ein erster offizieller Antrag im Gemeinderat für ein Familienzentrum aus formalen Gründen noch keine Zustimmung. Im Frühjahr 2019 forderte nun auch der Bezirksbeirat mit großer Mehrheit eine solche Einrichtung; auf ein Konzept des Jugendamtes schon im Jahr 2017 hatte er übrigens nicht weiter reagiert. Kurz vor Weihnachten 2019 dann „grünes Licht“. Aber Startschuss? Keine Spur.

 

Eigentlich hätte es locker losgehen können. Um eine hauptamtliche Leitung sollte sich das Jugendamt kümmern, die eh schon der Stadt gehörenden Räume kurz checken, da und dort mal neu streichen, die Vorleistungen und damit den Schub der Ehrenamtlichen ausnutzen, alles doch kein Hexenwerk, oder?

 

Die Evangelische Kirche, wie lange zuvor schon angekündigt, stieg als Träger der Willkommensräume im November 2020 aus. Statt Beratung für Eltern, Kinderbetreuung, Seniorentreffs, Kulturangebote, immer mehr tote Hose im Burgenlandzentrum. Alles hing jetzt an den Ehrenamtlichen des Flüchtlingskreises Feuerbach. Die es bis heute mit kleinen Finanzspritzen der Stadt durch alle Corona-Hürden geschafft haben, die Willkommensräume als Treff von Geflüchteten und Bürgern offenzuhalten. Auf eine Anfrage im Januar 2020, wie denn nun der Übergang zu einem Familienzentrum mit neuer Leitung gestaltet werden könnte, Verlautbarung vom Jugendamt: dass man „in diesem Jahr ein Trägerauswahlverfahren“ plane. Immerhin taucht das Projekt in einer Vorlage vom März 2020 an den Jugendhilfeausschuss mal wieder auf. Aber weiter passiert – nichts.

 

Dann ein Besuchstermin im Burgenlandzentrum von Liegenschaftsamt, Jugendamt und Sozialamt, dort geplante Projekt „voranzubringen“. Ganz schön flott, neun Monate nach Gemeinderatsbeschluss. Renovierung, Fehlanzeige.

 

Gut Ding will wohl Weile haben. Immerhin, in der haushaltsrelevanten Mitteilungsvorlage GRDrs 100/2021 des Referats Jugend und Bildung ist der Sachstand vermerkt: „In Planung, Stadtteil-und Familienzentrum PLUS Feuerbach, Trägerschaft wird noch vergeben.“ Hallo, wir haben das Jahr 2022!

 

Kurze Bilanz: Ein sinnvolles Projekt, seit zehn Jahren im Gespräch, vor knapp fünf Jahren auch fachlich abgesegnet, vor mehr als zwei Jahren vom Gemeinderat beschlossen, mit rund 150 000 Euro pro Jahr durchaus finanziell bescheiden - verschwunden im Nirwana. Statt eine lebendige soziale Einrichtung zügig auszubauen, ist in der Sache eigentlich nichts passiert. Andererseits: Engagement verpufft, Frust erzeugt.

 

Man kann schon mal fragen: Was ist aus den Etatmitteln der Stadt für das Projekt geworden? Interessiert die Gemeinderät*innen eigentlich, was aus ihren Beschlüssen wird? Ist „Versickern im Nirwana“ Standard bei Stuttgarts Planungen und Realisierungen? Kooperation zwischen Ämtern – ein zu schwieriges Geschäft? Scheint weder dem Bezirksbeirat – abgesehen von wenigen Personen, die sich wirklich engagieren – noch dem Bezirksrathaus ein Stadtteil- und Familienzentrum keine wirkliche Herzensangelegenheit? Kein Hartnäckiges Nachhaken. Corona, billige Entschuldigung für Untätigkeit oder Desinteresse? Feuerbach steht nun bei den neu geplanten städtischen Familienzentren an letzter Stelle. Start soll dieses Jahr sein. Schau‘n wir mal.


Smartphones: Spiel und Spaß – und viele Risiken

 

Eine interessante Veranstaltung
zum Thema „Smartphone in Kinderhand“

 

Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach hatte zur Veranstaltung eingeladen: Polizeihauptkommissar a.D. Werner Mast und die Schulsozialarbeiterin Simone Brand informierten im Willkommensraum im Burgenlandzentrum über Gefahren, Risiken und Chancen des Smartphones in Kinderhand. Zwanzig Besucher füllten unter Einhaltung der Hygieneregeln den Raum, Geflüchtete und langjährige Feuerbacher. Und immer wieder kamen neue Fragen auf.

 

Beim Weiterleiten gesetzlich verbotener Inhalt mache man sich straffällig, betonte Herr Mast. Er empfiehlt, Zeit in der Familie zu verbringen, sich zu unterhalten, gemeinsam zu spielen und dabei das Handy wegzulegen. Beim Lernen und beim Erledigen der Hausaufgaben sollte das Handy ausgeschaltet werden, ebenso vor dem Schlafengehen.

 

Bestimmte Regeln sollte man unbedingt einhalten, meinten beide Referenten. Treffs über das Internet sollten nur mit Freundinnen und Freunden verabredet werden, nicht mit Fremden. Höchste Vorsicht gelte beim Abschließen von Verträgen über das Internet. Hier drohe Missbrauch.

 

Bei Stress im Internet gibt es Hilfsplattformen von Jugendlichen für Jugendliche, zum Beispiel www.juuuport.de. Eltern und Jugendliche können sich über www.bke.de online beraten lassen.


 

Der Journalist, Historiker und Theologe Jürgen Kaiser erzählte im traditionellen Gewand eines Stadtbüttels von der lebendigen, vielfältigen Geschichte Feuerbachs. Ganz erstaunlich: schon vor rund 2000 Jahren war Feuerbach Multi-Kulti. Denn im Tal des früher so genannten Biberbachs siedelte eine bunte Mischung an aus Römern, Spaniern, Persern, Kelten, und dann Germanen. Eine interessante Lehrstunde für alle Besucherinnen im Feuerbacher Willkommens-Café. 

 


 

Mehr als Kaffee und Kuchen!

 

Unterhaltung, Hilfe und Orientierung im Willkommensraum in Feuerbach

 

Von Michael Zeiß

 

Wie funktionieren Wahlen? Was machen Politiker und Politikerinnen eigentlich den ganzen Tag? Welche Rolle spielen Bundestag, Landtag oder Gemeindeparlamente? Gesellschaftliche Orientierung im Willkommensraum im Burgenlandzentrum Feuerbach kurz vor den Bundestagswahlen gaben die grüne Abgeordnete Anna Christmann und Wolf Dieter Dorn vom Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach mit lebendigen Einblicken, wie das mit unserer Demokratie so läuft.

 

Seit Monaten sind die Willkommensräume im Burgenlandzentrum in Feuerbach unter strengen Coronavorschriften wieder geöffnet. Dreimal in der Woche, montags, mittwochs und freitags organisiert der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach in Abstimmung mit der Stadt den Betrieb.

 

Das Willkommenscafé ist ein offenes und leicht zugängliches Angebot. Es bietet vielfältige Möglichkeiten wie Beratung, Einzelgespräche oder Gruppenarbeit.

 

Nun wertet der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach mit seinem multikulturellen Team einmal pro Monat das Montagscafé mit zusätzlichen Angeboten auf. Zum Beispiel gab es Impfinformationen mit dem Gesundheitsamt, nach dem „Politikunterricht“ zu den Bundestagswahlen wird der Feuerbacher Theologe, Journalist und Historiker Jürgen Kaiser am 25.10. „Unser Feuerbach“ vorstellen, am 22. November soll mit erfahrenen Pädagogen der Umgang mit den sozialen Medien thematisiert werden, im Dezember ist eine Weihnachtsfeier mit viel Musik geplant. Und auch für das neue Jahr steht einiges in Aussicht, eine Lesung mit Farhad Alsilo am 14. Februar, im März ist der Dokumentarfilm „Zwischen den Stühlen“ geplant und es soll der Frage nachgegangen werden, was das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen für Jugendliche bedeutet. Der Willkommensraum wird von den Besuchern und Besucherinnen gut angenommen. Geöffnet ist montags 17-20 Uhr, mittwochs und freitags von 18-21 Uhr.

 


 

Politik lebendig im Willkommens Café des Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach.

 

Jenseits von lautem Wahlkampfgetöse erklärt Anna Christmann (MDB Grüne) im Gespräch mit Michael Zeiß, wie Politik in Deutschland funktioniert. Zuvor hatte Wolfgang Dorn Gemeinderat, Landesparlament und Bundesrat kurz erklärt. Wie Politiker/innen arbeiten, wie Gesetze entstehen, wie Koalitionen im Bundestag funktionieren, für was die einzelnen Parteien stehen, was den Beruf eines Politikers/in ausmacht. „Warum sind so wenig junge Leute im Bundestag?“, so die Frage eines interessierten Zuhörers.

 


Besuch im Deutschen Musikautomaten-Museum im Barockschloss in Bruchsal. Organisiert vom Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach, unterstützt von der Diakonie Württemberg. Groß und Klein waren begeistert von der großartigen Handwerkskunst der Automatenbauer, den lauten und leisen musikalischen Klängen, die den Musikkunstwerken entlockt werden konnten, und von den Geschichten, die dazu berichtet wurden. Ein sehr gelungener Ausflug, der mit einem kleinen gemeinsamen Mittagessen und einem Besuch des Spielplatzes im Bruchsaler Stadtpark beendet wurde. Interessante Gespräche gab es dort auch mit einem Bruchsaler Bürger, vor allem als sich herausstellte, dass er schon in den fünfziger Jahren von Ägypten nach Baden-Württemberg gekommen war.


 

„Impfen wegen Corona?!“

 

18 Besucherinnen und Besucher – es waren vorwiegend Geflüchtete – waren am Montag, 26. Juli 2021 bei dieser Veranstaltung im Willkommensraum anwesend.

 

Herr Rastami erklärte die Sachverhalte in Persisch, Frau Hasan auf Arabisch. Im Anschluss den offiziellen Teil nutzen viele der Anwesenden die Möglichkeit für individuelle Gespräche in der jeweiligen Landessprache.

 


Stadtteil- und Familienzentrum Feuerbach:

Die Willkommensräume im Burgenlandzentrum werden umgebaut!

 

Was lange währt, wird endlich wahr?

 

Im Dezember 2019 genehmigte der Gemeinderat die Finanzierung des Familienzentrums Feuerbach. Dann kam der Lockdown durch die Corona-Pandemie und nach etlichen Versuchen und Telefonaten trafen sich endlich am 12. August die Vertreter der Ämter und Akteure vor Ort.

 

Auf Einladung von Herrn Vecellio vom Jugendamt Stuttgart kamen ein Vertreter des Liegenschaftsamts, Frau Polat vom Sozialamt, die Bezirksvorsteherin Frau Klöber, Herr Judt von der Stadtteilbücherei, Wolf-Dieter Dorn vom Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach und die Bezirksbeiräte Reiner Götz und Roland Saur.

 

Herr Vecellio gab bekannt, Gelder seien bewilligt und abrufbar. Nun sei eine tragbare länger wirkende Investition zu tätigen, die den Ansprüchen an ein Stadtteil- und Familienzentrum genüge.

 

Es gibt aktuell zwei größere Räume, in denen Zusammenkünfte stattfinden, und einen kleineren Raum für Workshops. Bei der Begehung wurde festgestellt, dass der Küchenbereich vollständig erneuert werden muss, damit die bestehenden Hygienevorschriften eingehalten werden können. Es ist geplant, im neuen Familienzentrum einen Mittagstisch anzubieten. Die Beleuchtung der Räume ist nicht ausreichend, das Büro muss mit Internetanschluss und WLAN ausgerüstet werden. Barrierefreier Zugang ist gewährleistet.

 

Zeitliche Planung: Bis Oktober wird ein Plan erstellt, welche Arbeiten zu erledigen sind. Dann soll die Stelle für einen Träger des Familienzentrums ausgeschrieben werden. Die Handwerkerarbeiten sollen ab Weihnachten erfolgen, die Eröffnung des Familienzentrums könnte dann im März/April 2021 gefeiert werden – im kleinen oder größeren Rahmen.

 


 

 

 

 

 

 

Herr Rajabi, ein 39 jähriger Familienvater aus Afghanistan, hat in seinem Land Schneider gelernt und war so freundlich für seine Unterkunft Wiener Straße 150 Masken herzustellen. Um ihm die Arbeit zu ermöglichen bzw. zu erleichtern, stellten die Betreuer vor Ort mit Unterstützung des FFF alle notwenigen Materialien und die Räumlichkeiten zur Verfügung.

 

 

Herr Rajabi lebt seit deren Eröffnung im Jahr 2016 in der Unterkunft Wiener Straße in Stuttgart-Feuerbach. Er ist zuverlässig und engagiert. Zusammen mit seiner Familie ist er aus Afghanistan geflohen um in Deutschland Schutz zu suchen. Nun bietet er mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten anderen Menschen Schutz!

 

Wir danken ihm.

 


Einen wunderschönen Jahresabschluss feierte der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach zusammen mit Bürgern aus dem Stadtteil und den Geflüchteten, die sich hier inzwischen heimisch fühlen. Bei Kaffee, Tee, Kuchen und Reisgerichten kam am 20. Dezember beim Treffpunkt International in den Willkommensräumen im Burgenlandzentrum in Feuerbach richtige Weihnachtsstimmung auf. Höhepunkt war zweifellos die Lesung des jungen Syrers Seif Arsalan, der einen Jugendroman über seine spannende Flucht von Syrien über die Türkei, das Mittelmeer und die Balkanroute nach Deutschland schrieb. Mit Spannung verfolgt das Publikum die Leseproben des jungen Autors.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Filmteam zu Besuch im Treffpunkt International kurz vor Weihnachten. Die Stadt Stuttgart lässt einen Film über die Willkommensräume produzieren, und so besuchte die Film-Crew auch das Burgenlandzentrum in Feuerbach. Das Team  war begeistert von den Aktivitäten, die im Treffpunkt International dreimal in der Woche stattfinden. Alle sind gespannt, was im Film mal zu sehen sein wird!

 


13. Oktober 2019. Bachs Kaffeekantate, aufgeführt in der Feuerbacher Stadtkirche. Unter der Leitung der Kantorin Christine Marx, mit der Sopranistin Magdalena Niewiadomska, dem Tenor Felix Haberland und Ulrich Kadelbach (Bass).

 

Anschließend wurde im Gemeindehaus der Kaffee "gefeiert". Wie der Kaffee Arabicum in die westliche Welt gekommen ist, wurde mit einer schönen Geschichte erzählt, untermalt mit syrischer Musik von Mazen Mohsen. Artefakte aus Damaskus zu Gunsten der Schneller-Schulen in Beirut und Damaskus versteigert. Ein gelungener interkultureller Kaffeenachmittag.

 


Flüchtlingskinder malen die Welt

 

Wie Flüchtlingskinder die Welt sehen, das zeigt eine Ausstellung in den Glasvitrinen des Kunstvereins in der Passage zum Burgenlandzentrum. Die Ausstellung wird an diesem Donnerstag um 16 Uhr eröffnet.

 

Melanie Axter

 

FEUERBACH. Der Grafik-Designer, Maler und Objektkünstler Fritz Arnold und Erika Klug-Lang, die sich über die Initiative „Leihgroßeltern“ des Treffpunkts 50 Plus schon seit Jahren mit Kindern beschäftigt, machen seit rund einem halben Jahr Kunst mit Kindern aus den Feuerbacher Flüchtlingsunterkünften. Immer dann, wenn deren Eltern an den Mittwochabenden zum Treffpunkt International ins Burgenlandzentrum kommen, werden die Flüchtlingskinder im Untergeschoss kreativ. Bis Weihnachten soll das Kunstprojekt des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach (FFF) noch laufen. Nun werden einige der dort entstandenen Werke in den Glasvitrinen des Kunstvereins Feuerbach – in der Passage vom Neukauf hin zum Burgenlandzentrum – ausgestellt. Interessierte Bürger sind zur Ausstellungseröffnung an diesem Donnerstag um 16 Uhr eingeladen.

 

Arnold und Klug-Lang regten und regen die jungen Teilnehmer zu großformatigen Bildern mit Acrylfarben an. „Viele Kinder verwenden in ihrem Alltag Farbstifte. Das ist ein bisschen blutarm“, sagt Arnold. Den Umgang mit satten Acrylfarben und kräftigen Pinseln eigneten sich die Kinder mit Leichtigkeit an. „Man sieht es ja, das Angebot hat voll eingeschlagen“, sagt Arnold beim Durchblättern der vielen, bunt bemalten Papierbögen. Die Kinder seien intensiv dabei gewesen, manche seien aus sich herausgegangen. Vor dem Papier seien sie plötzlich mit sich selbst konfrontiert gewesen. Eine im Vergleich zur alltäglichen Bilderproduktion mit dem Handy ganz andere, individuelle und schöpferische Herangehensweise, so Arnold. „Wenn ich die Bilder anguck, dann habe ich Überraschendes darin entdeckt, etwas das von innen nach außen zum Ausdruck kommt“, sagt der Künstler. „Das sind zutiefst elementare Dinge.“

 

Manche der Bilder beeindrucken mit ihren kräftigen, entschieden gesetzten Pinselstrichen, ihrer spannungsreichen Komposition und ihrer gelungenen Farbwahl. Manches berührt einen als Betrachter. Etwa wenn die Kinder ihre zukünftigen Berufswünsche künstlerisch umsetzen. Da gibt es eine rothaarige Zahnärztin mit zackigen Zähnen, eine Lehrerin im geordneten Klassenzimmer, einen freundlich dreinblickenden Polizisten. Heimaterinnerungen oder gar Fluchterlebnisse flossen viel weniger in die Motive ein als gedacht. Vielmehr scheinen die Kinder ihre neue Heimat mit wachen Augen zu verfolgen. Ab und zu gaben Arnold und Klug-Lang leichte Hilfen. „So zum Beispiel als ich die Kinder einen Fisch malen ließ“, erklärt Arnold. Da sei er die einzelnen Körperteile mit den Kindern durchgegangen, habe auch mal etwas vorgezeichnet. Originelle Arbeiten schufen die Kinder, als sie einen Menschen malten, der mit geöffnetem Regenschirm durch den Regen läuft. Jedes Bild ist da eine eigene kleine Regenwelt für sich geworden. Auch Bäume, Riesen-Eistüten, Fruchtschalen und Schmetterlinge bevölkern die Arbeiten auf dickem Papier. „Wenn Kinder in die Schule kommen, malen sie nicht mehr“, bedauert Arnold. Im kreativen Bereich könnte an den Schulen durchaus noch mehr angeboten werden, auch mehr Theaterspiel, meint er.

 


Eine Burg, ein Hund oder lieber ein Blumenbild - Basteln ist klasse.



11. August 2019. Ein wunderschöner Ort, herrliches Wetter, tolles Essen, gute Unterhaltung - das Sommerfest der evangelisch-methodistischen Kirche im Waldheim Lindentäle ist rundum gelungen.

 

EINDRÜCKE VOM TREFFPUNKT INTERNATIONAL

montags 17 bis 20 Uhr, mittwochs und freitags 18 bis 21 Uhr


LERNEN UND BERATEN

UNTERHALTEN UND ESSEN


Ein große Frauengruppe trifft sich normalerweise einmal im Monat im Frauencafé der evangelisch-methodistischen Kirche, Burgenlandstraße 106. Diesmal - im Ramadan - besuchten die Frauen gemeinsam die Ausstellung "Überlebensgeschichten
von A bis Z. Dinge von Geflüchteten“. Raua führte im Haus der Geschichte durch diese bewegende Ausstellung. 

 

Ab sofort wird das Frauencafé der evangelisch-methodischen Kirche unter gewohnter Leitung in den neuen Räumen des Burgenlandzentrums stattfinden. Wie gewohnt, wird der Termin rechtzeitig bekanntgegeben.