"Ein Spurwechsel im Asylverfahren muss möglich sein"
Stuttgarter Zeitung vom 2. August 2018
Interview mit SPD-Parteichef Andreas Stoch

 

Schiebt Deutschland immer die Richtigen ab? SPD-Fraktionschef Andreas Stoch tritt dafür ein, dass gut integrierte Asylbewerber in das reguläre Einwanderungsverfahren wechseln dürfen und nicht ausgewiesen werden. zum ganzen Beitrag

15. Juli 2018. Der „Lehrer-und-Eltern-Chor“ des Neuen Leibniz Gymnasiums; das Jugend- Bläserquartett der Musikschule Stuttgart; „Der Wille zu Leben.“ Rauaa Albakhit und Raewa Moanja tragen ein Gedicht des tunesischen Dichters Abo Quassem Alshabi in arabischer und deutscher Sprache vor; Ausstellung syrischer Geflüchteter beim Jubiläumsfest im Burgenlandzentrum. Lesen Sie dazu StN.de

 


Der Treffpunkt International hat im Willkommensraum im Burgenlandzentrum voll eingeschlagen. Am Mittwochabend zwischen 18 und 21 Uhr: Gute Gespräche, Gutes Essen, Kinder spielen, Erwachsenene lernen, alle sind eingeladen. Auch montags und freitags, von 15 bis 18 Uhr, ist das internationale Café geöffnet.


Ein große Frauengruppe trifft sich normalerweise einmal im Monat im Frauencafé der evangelisch-methodistischen Kirche, Burgenlandstraße 106. Diesmal - im Ramadan - besuchten die Frauen gemeinsam die Ausstellung "Überlebensgeschichten
von A bis Z. Dinge von Geflüchteten“. Raua führte im Haus der Geschichte durch diese bewegende Ausstellung. 

 

Ab sofort wird das Frauencafé der evangelisch-methodischen Kirche unter gewohnter Leitung in den neuen Räumen des Burgenlandzentrums stattfinden. Wie gewohnt, wird der Termin rechtzeitig bekanntgegeben.

12. Mai 2018. Die Jugendorganisation der AfD
demonstriert mit bis zu 120 Teilnehmern
gegen den Bau der Ditib-Moschee.

 

350 Menschen bilden die Gegenseite.

Roland Saur spricht bei der Kundgebung
am Wilhelm-Geiger-Platz

 

Liebe Freunde, Anwesende, Feuerbacher Bürgerinnen und Bürger,

 

ich halte hier das Grußwort als ein Sprecher des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach und als Mitglied des Bezirksbeirats der Fraktion SÖS, Linke, PluS, Wir haben in Feuerbach ungefähr 800 geflüchtete Menschen, überwiegend aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Somalia. Die Erwachsenen haben in der Regel Deutschkurse gemacht, viele arbeiten schon, mehrere haben einen Ausbildungsplatz, die Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten. Am Anfang gab es viele Fragen, wie sich die Geflüchteten in den Systembauten verhalten werden. Die Kritik von damals hat sich erledigt, die Geflüchteten sind ein Bestandteil Feuerbachs geworden.

 

Wenn heute die AfD zu einer Demonstration gegen den Neubau der DITIB-Moschee in Feuerbach aufruft, dann sagen wir:

 

Wie Christen das Recht auf Kirchen, wie Juden das Recht auf Synagogen haben, so sollen auch Muslime das Recht haben, Moscheen bauen, die sich einfügen in den Stadtteil. Aber natürlich gehen wir davon aus, dass in Moscheen wo auch immer nicht gegen unsere Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft, Gleichberechtigung und Toleranz agitiert werden darf ...

 

Feuerbach ist bunt, hat eine Vielfalt von Menschen, ist ein wachsender Stadtteil mit vielen Attraktionen. Natürlich gibt es Probleme hier in Feuerbach: Das ist aber nicht die geplante Moschee, sondern das ist der fehlende bezahlbare Wohnraum. Seit Jahrzehnten fehlt es an sozial geförderten Wohnungen. Die Mieten explodieren seit Jahren. Es fehlt nicht nur an Wohnungen, sondern auch an Kindertagheimplätzen, weil es zu wenig Erzieherinnen und Erziehern gibt. Es fehlt an Sportstätten und Schwimmbädern. Es fehlt an einem gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehr.

 

Wer jetzt wie die AfD jede Kritik an sozialen Missständen gegen die Flüchtlinge und Zugewanderten richtet, der sät Hass, der missachtet das Recht auf ein menschenwürdiges Leben hier in Stuttgart und Feuerbach.

 

Feuerbach ist bunt. Feuerbach hat Lebensqualität. Wir wollen keine Angstmache, die sich gegen Geflüchtete und Migranten richtet. Fremdenfeindlichkeit ist keine Meinung, sondern ist ein Verbrechen!


Aus der Website des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg

08.05.2018

 

"Viel wurde über uns geredet, jetzt reden wir!"

Stellungnahme von Geflüchteten in Ellwangen

 

Wir dokumentieren eine Stellungnahme von Bewohner*innen der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen zu den Ereignissen der letzten Woche.

 

"Wir, Bewohner*innen der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen laden für Mittwoch den 9. Mai 2018, um 17 Uhr zu einer Pressekonferenz ein und rufen ab 18 Uhr zu einer Demonstration auf. Zwischen 12 bis 18 Uhr findet auf dem Marktplatz in Ellwangen eine Mahnwache statt.

 

Zum ganzen Beitrag

Zur Stellungnahme des Flüchtlingsbeirats


Von Fladenbrot und Wasserpfeifen

 Syrische Geflüchtete zeigen Bilder aus der alten Heimat

 von Michael Zeiß

 

16.04.2018. „Der Geruch von Fladenbrot, das Blubbern von Wasserpfeifen, das Knallen der Würfel bei den Brettspielen in den Gassen und auf den Plätzen“ – die Fotos dieser kleinen, aber feinen Ausstellung, so der ehemalige ARD-Korrespondent Jörg Armbruster, „vermitteln dem Betrachter ein intensives Lebensgefühl aus der alten Heimat der Geflüchteten“. Bilder der  Erinnerung, vom Wohnung, Heim, Garten und Hof, von Moscheen aus der Heimatstadt, von Besuchen am Strand, Familientreffen, von der Kindheit, von Freunden, von der Familie.

Die Geflüchteten haben mit dem Feuerbacher Pfarrer, Autor und Theologen Ulrich Kadelbach die Ausstellung zusammengestellt, die Staatsgalerie Baden-Württemberg hat das Projekt unterstützt. „Meist werden die Geflüchteten mit ihrer Flucht identifiziert“, betont Kadelbach, kaum wahrgenommen werde dagegen, „dass sie schon vor der Flucht eine eigene Identität hatten“.

Wenn man mit den Ausstellungsmachern die einzelnen Fotos betrachtet, werden ihr Stolz auf die eigene Leistung und ihre Freude sehr deutlich: sie wollen nicht nur mit Flucht, Zerstörung und Elend in Verbindung gebracht und entsprechend behandelt werden, sondern als Menschen, die seit ihrer Kindheit auch von ihrer Heimat geprägt wurden. Mit Sehnsucht erinnern sie sich, dass sie ihre Heimat aufgeben mussten, gleichzeitig schafft dieser Schatz an Erinnerungen neue Lebenskraft, in den Wirren, Ansprüchen und Herausforderungen der neuen Heimat Deutschland zurecht zu kommen.

Ob sie jemals in ihr Land wieder zurück können? Jörg Armbruster ist eher skeptisch. “Syrien ist in großen Teilen zerstört. Alles läuft auf einen Sieg Assads mit mächtiger Unterstützung Russlands und Irans und entsprechendem Einfluss auf die syrische Innenpolitik hinaus.“ Auf der anderen Seite: Saudi Arabien, Israel, die Rolle der Vereinigten Staaten. Syrien als Spielball, letztlich als Kriegsschauplatz großer und regionaler Mächte. Armbruster macht den Geflüchteten im Saal wenig Hoffnung.“ „Eine Rückkehr kurz- oder mittelfristig, eher nicht.“ Und appelliert an die Feuerbacher: „Auch an uns liegt es, dass die Geflüchteten ein positives Gefühl zu ihrer neuen Heimat entwickeln können“.

„Habibi“, ein orientalisches Liebeslied und „Guten Abend, gute Nacht“, zweisprachig vorgetragen, mit deutschen und syrischen Liedern trugen ihren Teil zur Begegnung der verschiedenen heimatlichen Kulturen der syrische Musiker Mazen Mohsen und die Mezzosopranistin Cornelia Lanz bei der Vernissage bei. Die Ausstellung im Foyer des Feuerbacher Rathauses ist bis Ende April geöffnet und könnte danach jederzeit einen neuen Präsentationsplatz finden.

 


Festgehalten am 21. März 2018 beim Treff International im Jugendtreff Camp: 18 bis 22 Uhr, immer mittwochs


Kurzbericht offene Bürgerversammlung des Freundeskreis-Flüchtlinge Feuerbach am 19. März 2018
von Michael Zeiß

 

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der FFF-Bürgerversammlung: die Anforderungen an die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und die im Burgenlandzentrum geplanten Begegnungsräume.

 

In seinem kurzen Vortrag skizzierte Gari Pavkovic, Leiter der Abteilung Integrationspolitik im Referat für Soziales und Integration der Stadt Stuttgart, die aktuellen Anforderungen an das Flüchtlings-Ehrenamt. Diese Anforderungen haben sich gewandelt, es sei zunehmend eine individuellere und spezifischere Begleitung im Sinne von Patenschaften erforderlich. Damit verbunden sei auch der Bedarf an Fortbildungen für die Paten, wie es bspw. beim Thema Arbeitsmarktintegration in verschiedenen Projekten organisiert sei. Eine individuellere Begleitung ist zeitintensiver, so dass manche Ehrenamtliche abspringen. Und es sei belastend, mit zunehmenden Ablehnungsbescheiden umzugehen. Es bedarf es oft der rechtlichen Beratung. Etwa 44 Prozent der BAMF-Ablehnungsbescheide werden bundesweit von Gerichten als unzulässig zurückgewiesen.

 

Besonders wichtig sei auch die Einbindung der Geflüchteten in die Gemeinschaftsräume im Stadtbezirk, was der FF in Feuerbach im Zusammenhang mit den geplanten Begegnungsräumen auch verstärkt beabsichtigt.

 

Die Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart wird ab 2018 besonders die Eigeninitiativen der Flüchtlinge unterstützen (Empowerment), so Pavkovic. Das kann beinhalten: Befähigung der schon besser integrierten Geflüchteten, sich selbst in einem Freundeskreis oder im Stadtteil zu engagieren und/oder Patenschaften für andere Flüchtlinge zu übernehmen.

 

Wichtig für die Arbeit eines Freundeskreises sei natürlich auch ein ständiger Kontakt mit den Koordinator/innen für das Bürgerengagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt Stuttgart. Gari Pavcovic bot auch ausdrücklich konkrete Hilfestellung durch ihn oder die Mitarbeiter/Innen seines Referates an, zum Beispiel bei den Fördermöglichkeiten zur Einrichtung von 450-Euro-Jobs im Rahmen des Stuttgarter Empowerment-Programms (www.stuttgart.de/empowerment). Was natürlich auch der personellen Ausstattung der neuen Begegnungsräume zu gute kommen kann.

 

Zum Stand der Dinge bei den geplanten Begegnungsräumen im Burgenlandzentrum berichtete dann FFF-Koordinator Roland Saur. Er bedauerte, dass „der Gemeinderat mit Mehrheit in den letzten Haushaltsberatungen den Antrag auf ein Familienzentrum für Feuerbach abgelehnt hat, aber es gibt ein Angebot des Sozialamtes für ein Willkommens- und Begegnungszentrum.“ Für 2018 und 2019 seien zusammen 60.000 € genehmigt, Träger der Einrichtung ist die evangelische Kirchengemeinde Feuerbach.

 

Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach sehe gute Möglichkeiten, die Räume im Burgenlandzentrum zu belegen. Dreimal drei Stunden wöchentlich gibt das Sozialamt als Vorgabe, die vom Träger (unter Mithilfe des Freundeskreises) gefüllt werden müssen. Und Saur weiter: „Wir nehmen das Angebot gerne an, sagen aber auch, dass der Freundeskreis nur begrenzte Kapazitäten hat.

 

Wir sind kein Verein. Wir können keine Sozialarbeiter/Innen als Arbeitskräfte stellen. Der Träger muss das Begegnungszentrum „professionell“ organisieren, damit Bürger und Flüchtlinge nachhaltig zusammen kommen können.“ Er weist auch darauf hin, dass wenn es um Förderung und Integration gehe, sei die Probleme der ansässigen Geflüchteten vor allem soziale Probleme sind und damit ganz ähnlich sind wie die von Deutschen, die schön länger hier in prekären Verhältnissen lebten. „Sehr sinnvoll wäre es“, so Saur, wenn wenigstens einer der in den Unterkünften arbeitenden Integrationsmanager in Feuerbach zu festen Zeiten in den Willkommensräumen ansprechbar wäre.“ Viele Flüchtlinge fänden nämlich auch außerhalb eine Wohnung oder einen Unterschlupf.

 

Nach Stand heute könnten folgende Angebote des FFF im Burgenlandzentrum weiter geführt werden: der regelmäßige Treff International im Jugendcamp Feuerbach, der jeden Mittwoch von 18 Uhr bis 21 Uhr als offener Abend angeboten wird, da die Räume nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn das Jugendcamp saniert wird. Der FFF biete jetzt schon Beratungstermine für Geflüchtete an, die in Privatwohnungen leben. Es gebe auch einen Lesekreis für geflüchtete Frauen in deutscher Sprache. Dann träfen sich einmal im Monat geflüchtete Frauen zu einem Café-Termin. Wünschenswert wäre ein offener Café-Betrieb, besonders für Frauen mit Kindern. Auch seien Geflüchtete in den Überlegungen zur konkreten Ausgestaltung des Konzepts sehr bewusst einzubeziehen.

 

Roland Saur machte aber auch deutlich: „Es notwendig, mit einer 30-40 Prozent professionell ausgestatteten Stelle die Basis dafür zu schaffen, dass das geplante, letztlich für Feuerbach(!) wichtige Begegnungszentrum sinnvoll und wirksam geleitet werden kann. Es geht immerhin um Integration statt Ghettobildung.“ Von Seiten der evangelischen Kirchengemeinde sei auch angedacht, zwei 450- €-Stellen – möglichst für Geflüchtete - zu schaffen. (Anmerkung: Finanzierung, wie gerade von Gari Pavkovic gehört, durch das Programm der Stadt “Empowerment von Geflüchteten“.

 

Organisatorisch müsse auch geklärt werden, wer zum Beispiel außer dem Freundeskreis noch an Konzeption und Ausgestaltung der Begegnungsräume beteiligt ist. „Das Procedere organisiert der Träger, hier liegt die Verantwortung, für Gestaltung und Durchführung des Projektes „Begegnungsräume“, so Saur. Gefragt seien auch Ideen und Unterstützung aus dem Stadtteil: Wirtschaft, Kirchen, Bezirksbeirat und -amt, Vereine, Kulturträger, Sozialträger aus den Sammelunterkünften etc. Fruchtbare Kontakte zu pflegen sei sicher auch eine Aufgabe der Leitung der Begegnungsräume.

 

Roland Saurs das Fazit: „Die neuen Willkommensräume bieten gute Möglichkeiten, das Zusammenleben im Stadtteil zu bereichern. Wir vom Freundeskreis sind gerne bereit, uns mit einzubringen.“

 

Viel Zustimmung gab es im Besucherkreis, aber auch einige Fragen: wie läuft das mit der Finanzierung im Zusammenhang mit Mieten etc. der Räume im Burgenlandzentrum, die der Stadt gehören? Klappt die Kooperation mit der Berufsschule „Farbe und Gestaltung“ in Sachen Renovierung? Und dann der Zeitdruck, am 1. Mai soll alles losgehen.


Die Evangelische Landeskirche hat zusammen mit den Kreisdiakoniestellen Stuttgart eine neue Beratungsstelle für Flüchtlinge eingerichtet:

 

„Formularhelden – für Geflüchtete von (syrischen) Geflüchteten“

 

Hier können sich Flüchtlinge Unterstützung holen beim Ausfüllen von Formularen, zum Beispiel für das Job-Center. Der Schwerpunkt der Beratung liegt bei Leistungen nach dem Sozialrecht (SGBII, SGB XII) und in der Grundsicherung.

 

Öffnungszeiten:
bis Juli immer donnerstags von 13.30-16.00 Uhr im Kompass in der
Hospitalstraße 15, 70174 Stuttgart


Die zwei Berater sind selbst syrische Geflüchtete und wurden entsprechend geschult, um arabisch sprechende Flüchtlinge bei der Beantragung von Kinder- oder Wohngeld oder auch bei der Kommunikation mit Botschaften zu unterstützen.


Noch ist viel zu tun – Was ein Freundeskreis anpacken kann

Von Gari Pavkovic und Michael Zeiß

Am 19. März findet wieder die offene Bürgerversammlung des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach im Bürgerzentrum statt. Gari Pavkovic, der Leiter der Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart, hat sich freundlicherweise bereitgefunden, bei der FFF-Bürgerversammlung einen Impulsvortrag zur aktuellen Flüchtlings- und Integrationspolitik der Stadt Stuttgart zu halten. Wir haben seine Vorstellungen zur Arbeit eines Flüchtlings-Freundeskreises hier schon einmal kurz zusammengefasst.

  • Die Anforderungen an die Ehrenamtlichen in den Flüchtlings-Freundeskreisen ändern sich. Es ist zunehmend eine individuellere und spezifischere Begleitung im Sinne von Patenschaften erforderlich. Damit verbunden ist der Bedarf an spezifischen Fortbildungen für die Paten, wie es bspw. beim Thema Arbeitsmarktintegration im BILO-Projekt organisiert ist. Eine individuellere Begleitung ist zeitintensiver, sodass manche Ehrenamtliche abspringen.
  • Und es ist belastend, mit zunehmenden Ablehnungsbescheiden umzugehen. An diesem Punkt bedarf es oft der rechtlichen Beratung. Etwa 44 Prozent der BAMF-Ablehnungsbescheide werden bundesweit von Gerichten als unzulässig zurückgewiesen.
  • Besonders wichtig ist die Einbindung der Geflüchteten in die Gemeinschaftsräume im Stadtbezirk, was der FF in Feuerbach auch verstärkt tut.
  • Die Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart wird ab 2018 besonders die Eigeninitiativen der Flüchtlinge unterstützen (Empowerment). Das kann beinhalten: Befähigung der schon besser integrierten Geflüchteten, sich selbst im FF oder im Stadtteil zu engagieren und/oder Patenschaften für andere Flüchtlinge zu übernehmen.
  • Wichtig für die Arbeit eines Freundeskreises ist  natürlich auch ein ständiger Kontakt mit den Koordinatorinnen für das Bürgerengagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt Stuttgart.

 

 Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach freut sich auf den Referenten und eine engagierte Diskussion. 


13. Dezember 2017. Weihnachtsfeier im Jugendtreff CAMP.


9. Dezember 2017. Der FFF hat zum Besuch ins Lindenmuseum Stuttgart geladen. Unsere Geflüchteten wissen die Kleider zu tragen.

Am Nikolaustag haben die Kinder mit den Sozialarbeiterinnen Judith, Kim und Monika Schüfer vom FFF in der Unterkunft Krailenshalde Weihnachtsplätzchen gebacken. Es hat riesigen Spaß gemacht.


Lernen, Basteln, Schwätzen, Spielen, einfach mal Integration machen, beim Treffpunkt International am 29. 11. 17. Und alles freut sich auf die Weihnachtsfeier am 13. Dezember im Jugendtreff CAMP!


Öffentliche Veranstaltung des Freundeskreises Flüchtlinge am 22.11.2017

 

Flüchtlingen das Einleben erleichtern!

 

Mit fünfzig interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern aus Feuerbach war die öffentliche Veranstaltung des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach gut besucht. Nach dem Grußwort des Sprechers Wolf-Dieter Dorn berichtete die Bezirksvorsteherin Frau Andrea Klöber in ihrem Beitrag über Erreichtes, zum Beispiel dass in Feuerbach alle schulpflichtigen Kinder von Geflüchteten zur Schule gehen und dass mit dem Pakt für Integration die Schulsozialarbeit an Schulen in Feuerbach aufgestockt wird. Angesprochen auf ein Stadtteil- und Familienzentrum in Feuerbach mit Begegnungsräumen für Flüchtlinge, die im Rahmen des Integrationspaktes der Landesregierung finanziell und personell unterstützt werden sollen, bekräftigte Frau Klöber, dass sie sehr interessiert und in der Sache tätig sei, aber leider sehe sie noch kein Zentrum. In den Haushaltsberatungen des Gemeinderates werde zurzeit entschieden, ob und wie viel Geld das Jugendamt für solche Zentren bekommt.

 

Denis Bieler vom baden-württembergischen Flüchtlingsrat hielt anschließend seinen Vortrag zu den Asylverschärfungen und den Herausforderungen für die Freundeskreise. Sehr kritisch sah er die neuere Gesetzgebung, mit der die Ausreisepflicht durchgesetzt werden soll. Bei Aufnahme von Flüchtlingen in Erstaufnahmelagern sollen die Mobilfunkgeräte abgenommen und ausgelesen werden. Es sei sogar geplant, deren Asylanträge in einem Schnellverfahren vor Ort zu entscheiden, so dass die Betroffenen bis zum Ende des Asylverfahrens in den zentralen Einrichtungen verbleiben müssten. Die Entscheidung, das Gesetz umzusetzen, liege beim Land. Unterstützung durch Ehrenamtliche werde bei zentraler Unterbringung fast ausgeschlossen. Das sei umso dramatischer, wenn man weiß, wie fragwürdig manche Asylverfahren laufen. Und es gebe Vorfälle, dass Geduldete kurzfristig zur Abschiebung abgeholt werden. Die Asylverfahren seien politisch beeinflusst. So war die Anerkennungsquote bei Afghanen im Jahr 2016 bei über 70 Prozent, dann nach Anweisung des Innenministers de Maizière sank sie auf unter 50 Prozent. Denis Bieler forderte die Ehrenamtlichen auf, ihre Stimme zu erheben und Protest nicht dem rechten Spektrum zu überlassen. Der Flüchtlingsrat versteht sich als Interessenvertretung und versucht, Druck auf die Politik auszuüben. Er verwies auf die Kundgebung und Demonstration am 9.12.2017 um 14 Uhr in der Lautenschlagerstraße unter dem Titel: „Für eine Welt, in der niemand fliehen muss! Keine Abschiebungen in Krieg und Elend!“

 

Aus den Unterkünften berichteten die SozialarbeiterInnen über einige Erfolge von Geflüchteten bei der Wohnungssuche. Aber die weitaus größte Zahl der Geflüchteten wohnt noch in den Unterkünften, vor allem auch Familien. Viele sind anerkannt und könnten ausziehen. Zu der gesetzlichen Regelung, dass eigentlich pro Bewohner sieben Quadratmeter zur Verfügung stehen müssten, konnte keine Auskunft gegeben werden. Noch leben die meisten zu dritt in Zimmern mit 14 Quadratmetern.

 

Anschließend berichteten die Arbeitsgruppen des Freundeskreises über Deutschkurse, bei denen inzwischen vor allem Einzelbetreuung gefragt sei, über Freizeitaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen (auf Initiative des FFF können nun einige Kinder pädagogisch betreute Reitkurse besuchen) und über die schwierige Unterstützung der Geflüchteten bei der Wohnungssuche. Besonders kritisiert wurde, dass die Wohnsitzauflage immer noch gilt. Die anerkannten Asylbewerber, die nach dem 1.1.2016 ihre Anerkennung bekommen haben, dürfen nicht in Regionen außerhalb Stuttgarts ziehen. Nur wenn sie eine Arbeitsstelle gefunden haben, ist ein Umzug möglich. Dies ist umso dramatischer, da der Bestand an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum in Stuttgart sinkt. Es wurde an die EinwohnerInnen in Feuerbach appelliert, den Geflüchteten zur Seite zu stehen (siehe Anlage). Heftige Kritik gab es an den zu den hohen Nutzungsgebühren, die den Geflüchteten ab 1.09.2017 in Rechnung gestellt werden. Wenn eine Familie sieben Quadratmeter pro Person hat und zwei Kinder zur Familie gehören, dann werden Unterkunftskosten in Höhe von 2.424 € berechnet. Selbst bei einer Vollerwerbstätigkeit führt dies zwangsläufig zum Gang zum Job Center, um aufstockende Leistungen zu beantragen. Die Familie gerät in die Armutsfalle und solange sie in der Unterkunft wohnt, kommt sie daraus nicht heraus. In den jetzigen Haushaltsberatungen verlangen SPD und SÖS, Linke, PluS die Aussetzung dieser Erhöhung.

 

Besonders hingewiesen wurde auch auf die geplante Weihnachtsfeier am 13. Dezember ab 18 Uhr im Jugendtreff CAMP in der Wiener Straße, in dem ja jeden Mittwoch für Geflüchtete und Feuerbacher Bürger der Treffpunkt International stattfindet.

 

Um 21 Uhr endete die Veranstaltung und der Moderator Michael Zeiß bedankte sich bei allen für ihren Einsatz und die spannende Diskussion.

 

 


18.11.17. Das Frauenkaffee der evangelisch-methodistischen Kirche ist eine feste Institution in der Flüchtlingsarbeit. Während sich die Kleinen und Größeren beim Malen vergnügten, stellten die Frauen der Jahreszeit gemäß Kürbisgerichte her.

15. November 2017. DerTreff International im Jugendtreff Camp Feuerbach - Gelegenheit miteinander zu lernen, miteinander zu spielen, miteinander zu lachen und sich kennenzulernen - immer mittwochs ab 18 Uhr.


3. November 2017. Interessante Einblicke in die Pflanzen- und Tierwelt vor 200 000 Jahren bot sich den Geflüchteten heute in einer Führung durch das Naturkundemuseum. Der FFF hatte dazu eingeladen.

 

Dieses versteinertes Holz ist 200.000 Jahre alt. Mohamed geht ins Gymnasium, macht in drei Jahren Abitur und übersetzt ins Arabische.

 



11. Oktober 2017. Schaffen, schwätzen und spielen - Kurzweil beim Treff International. Immer mittwochs.


Refugees Welcome?

Bilder einer Ausstellung von Alireza Nooris neuem Leben in Deutschland

Von Michael Zeiß

 

Pünktlich kommt er auf mich zu. Jeans, hellbrauner Pullover, Rucksack, ein Lächeln im Gesicht unter der großen Brille. Alireza Noori, 19 Jahre alt, Geflüchteter aus Afghanistan. Wir hatten uns vor der Schule für Farbe und Gestaltung verabredet, um 15.40 Uhr. Alirezas Ziel ist die Fachhochschulreife. Fotografieren ist seine Leidenschaft. Wir wollen gemeinsam seine Foto-Ausstellung „Refugees Welcome?“ in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart besuchen. „In der letzten Schulstunde hatten wir Kunst“, erzählt mir Alireza auf der Fahrt nach Hohenheim, „wir haben 3-D-Modelle auf dem Computer entworfen. Als Vorbereitung für ein Weihnachtsprojekt. Da will Ich eine Collage mit Fotos machen. Mit Farbfotos, bunt, freundlich, fröhlich soll es werden.“

 

Die Bilder seiner Ausstellung sind nicht farbig, sie sind ganz bewusst schwarz-weiß gehalten. Schon als Jugend-licher in Afghanistan hatte Alireza fotografiert, mit seiner alten analogen Kamera, auch farbig. Schwarz-weiß hebt vor allem grafische Elemente hervor, will den Blick des Betrachters auf das Wesentliche lenken.

Am Anfang der Ausstellung sticht sofort eine Brille ins Auge, ganz groß ist sie fotografiert, Wassertropfen auf dem Glas. „Das Foto mit meiner Brille ist Symbol für meinen Blick auf den Alltag in den Flüchtlingsunterkünften.“

 

Im Mittelpunkt der ausgehängten Bilder sind meistens Kinder, aber auch markante Details aus dem Leben der Flüchtlinge, wie Teller und Hände bei der Essensausgabe oder Hände, die Teig kneten „für Gebäck aus Afghanis-tan“, wie Alireza betont.

Manche Fotos erzählen in ihrer Reihung auch kleine Geschichten. Jungs spielen Fußball und liegen auf dem nächsten Bild abgekämpft vor dem Haus auf einer Matratze. „Die Fotos sind auch eine Erinnerung an meine Heimat. Schwarz-weiß ist natürlich nicht so glücklich wie Farbe, aber die Kinder in meinem Heimatland haben eigentlich gar keine Kindheit, keine Wünsche, nur Ernst, Armut, Bürgerkrieg.“ „Und die Flüchtlingskinder hier?“, frage ich. „Ich zeige viele Situationen, positive und negative. Ich glaube, die Kinder fühlen sich gut hier, es ist nicht ganz perfekt, aber sie sind glücklich, besser als Krieg. Sie können ohne Angst auf der Straße spielen, sie haben eine Chance.“

 

Grau also die Umgebung der Kinder, die Wirkung der Bilder unterstreichen das Fremde für den Betrachter, und doch strahlen die Protagonisten Zuversicht aus. Alireza berichtet davon, dass viele Freunde, zum Beispiel in der Schule, sagen, dass sie keine Ahnung hätten, was in den Unterkünften passiert. „Ich will zeigen, wie die Leute hier in Deutschland leben. Das ist mein Thema. Bilder können mit allen Leuten sprechen, mit alten und mit jungen.“

Eine Chance bekommen haben auch der Fotograf Alirezas und seine Familie, ein wenig Licht im Dschungel der Asylpolitik für afghanische Flüchtlinge. Zuerst durfte ich bleiben und meine Familie nicht. Ich habe diese Regeln nicht verstanden. Aber jetzt hat meine Familie Abschiebeverbot.“ Alireza lebt mit seinen Eltern und vier Schwestern in einer Flüchtlingsunterkunft in Stuttgart, einem ehemaligen Krankenhaus. Fünf Personen, zwei Zimmer.

In dieser Umgebung entstanden die meisten Fotos der Ausstellung. Die Schwestern gehen in das Gymnasium und zur Realschule, die Eltern besuchen Deutschkurse, der Vater absolviert noch eine Zusatzausbildung zum Lkw-Fahrer, schon in seiner Heimat steuerte er große Trucks durch den halben mittleren Osten. “Es ist zwar nicht ganz klar, wie lange die Familie bleiben kann oder wann sie gehen muss, aber wir haben zumindest die Gelegenheit, in Deutschland etwas zu machen, Deutsch zu lernen, in die Schule zu gehen, eine Ausbildung zu machen.“

 

Alireza will später Architektur oder Bauingenieurwesen studieren. Keine Ahnung, wie lange ich in Deutschland bleiben möchte, zwei Jahre, drei Jahre, zehn Jahre. Und ob ich zurückgehe nach Afghanistan, eine schwierige Frage, aber noch mal in ein anderes Land, noch mal bei Null beginnen, noch einmal ein ganz neues Leben anfangen, wieder alles neu lernenich habe mich für Deutschland entschieden!“

Ich frage nach dem nächsten Projekt. „Da will ich zeigen, farbig und mit digitaler Kamera aufgenommen, was wir Geflüchtete schon erreicht haben.“ Das können wir dann sehen, vielleicht zur Weihnachtszeit, denke ich. Wir stehen vor einer Fotografie, die auf dem Bett im Zimmer von Alirezas Freunden Bücher zeigt, und eine Uhr. „Alles Bücher in deutscher Sprache“, schmunzelt Alireza. Und die Uhr? „Zeit ist In Deutschland etwas ganz Wichtiges. Ich muss sie immer kontrollieren, ich bin immer beschäftigt, von morgens bis abends.“


Treffen im Jugendcamp

9. Oktober 2017. Zwei Dutzend Jugendliche, Flüchtlinge und Feuerbacher, trafen sich Jugendcamp Feuerbach und diskutierten miteinander. Camp-Leiter Ben Seidl und Werner Lächner vom FFF waren begeistert: „Sie haben viel voneinander gelernt.“

 



04.10.17. Erfolgsmeldung. Auf der Veranstaltung der Freundeskreise Stuttgart berichtete Bürgermeister Werner Wölfle, dass sich Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn bei der baden-württembergischen Landesregierung um eine Ausdehnung der Wohnsitzauflage auf die Region Stuttgart einsetzen würde. So hat unser Papier (s. Reso-lutionen des FFF auf der Startseite) Erfolg gehabt.


21. September 2017. Podiumsdiskussion zur Erhöhung
der Unterbringungsgebühren in den Heimen für Geflüchtete

Seit 1. September d. J. bezahlen rund achttausend Geflüchtete in Stuttgart für ihre Unterbringung in einem der Wohnheime statt 116 Euro 389 Euro pro Kopf und Monat – und das für 4,5 m². Die Flüchtlinge sind geschockt, die Helferinnen und Helfer außer sich vor Wut.
 

Mitglieder des FFF gaben den Impuls für eine Podiumsdiskussion – mehr als zweihundert Interessierte (die "Anstif-ter" zählten fast 300) kamen ins Haus der katholischen Kirche.

 

Lesen Sie dazu den am 21. September erschienen Bericht in den Stuttgarter Nachrichten und den Beitrag der "An-stifter".

 

Auch der SWR hat das Thema aufgegriffen:  "Zocken Kommunen Flüchtlinge ab?" in der Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" des SWR vom 28.09.17. Unter anderem spricht ein in Feuerbach lebender Flüchtling über seine Situation. Begleitet wird er von Christa Cheval-Saur vom FFF.


Stuttgarter Nachrichten: Zu den Wohngebühren in Flüchtlingsheimen ist der Beitrag vom 30. August interessant.

 

15.08.17: Flüchtlinge in Stuttgart: Stadt wehrt sich gegen Abzocke-Vorwurf
Von Jürgen Bock
Wer in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft wie hier in Feuerbach lebt, muss dafür bezahlen, wenn er kann – in Zukunft deutlich mehr als bisher. Die 8000 Flüchtlinge, die in städtischen Unterkünften leben, mussten bisher 116 Euro pro Monat für die Unterbringung bezahlen. Von September an sind es 389 Euro. Die Stadt bezweckt damit höhere Zuschüsse vom Bund. Doch Sozialorganisationen und Helfer sind entrüstet.
Weiterlesen bei den Stuttgarter Nachrichten


12.08.17: "31 Euro pro Quadratmeter" muss ein Flüchtling, der eine Beschäftigung aber keine Wohnng hat, pro Monat als Gebühr an die Stadt Stuttgart für seine Unterkunft in einem Flüchtlingsheim zahlen. Dazu ein Beitrag in der Nachrichtensendung SWR Aktuell mit einem Beispiel aus der Bubenhalde.


13. September 2017. Kurzbericht vom Treff International: Wetter schlecht, Stimmung gut.


4. September 2017. Viele Geflüchtete und einige FFFler fuhren zum Ipf bei Bopfingen.Pfarrer Michael Rau erzählt Spannendes über die Kelten, wie sie gebaut, Verteidigungswälle errichtet und mit Schwertern gekämpft haben.Martina Hahn erobert in typischer Keltentracht mit Flüchtlingskindern den flachen Kegelberg Ipf und erzählt dabei viele spannende Geschichten. – Früh übt sich, wer ein Keltenkenner werden will. – Hurra! Wir haben die Festung erobert. – Das war wieder ein toller Ausflug!

 

 

 

 

 

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20. August 2017. Auch in diesem Jahr sind die Geflüchteten zum Sommerfest der evangelisch-methodistischen Kirche eingeladen.

 

 

„Aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen miteinander umzugehn …“
 

Erlebnisbericht zum Nachmittag mit geflüchteten Familien im Lindentäle
 

Einige vertraute Gesichter und viele, die ich zum ersten Mal sah, begegneten mir beim Familiennachmittag im Lindentäle.
 

„Hallo, ich bin Julia, und Du?“ – „Ghussoun, Mohammed, Abdul, Safa, Suhair …“ Ich war überwältigt von den vielen Menschen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Iran und anderen Orten der Welt, die sich auf den Weg zu uns gemacht hatten. Nach dem ersten großen „Hallo“ eröffneten wir den Nachmittag mit einem gemeinsamen Kreisspiel. Ganz besonders die vielen Kinder (die 27 Eis, die Christine gekauft hatte, hätten nicht für alle gereicht…) hatten einen Riesenspaß mit dem bunten Fallschirm, unter dem sie kreischend hindurch durchrennen durften – mal „alle Mädchen“, mal „alle Jungs“, „alle Mamas“, „alle Kinder“ usw.
 

Weil Spielen hungrig macht, reichte das Team danach Kaffee und Kuchen. Gemütlich unterhielt ich mich mit Amina, Leyla und ihren Kindern. Auch meine Oma war mit von der Partie. „Elfriede“ ist für kleine syrische Mädchen ein schwieriges Wort, aber mit „Oma“ können sie etwas anfangen. „Ich auch Oma“, verrät mir Leylas 4-jährige Tochter.
 

Meine Oma war am Ende des Nachmittags schwer beeindruckt. Dazu hatte insbesondere Safa beigetragen, die uns beim Abspülen in der Küche eifrig half und im Brustton der Überzeugung erklärte, sie sei jetzt Elf, da würde man nicht mehr so viel spielen, sondern mitarbeiten. O-Ton Oma: „Da merkt mr, dass die des gwehnt isch. Die ko nolange.“
 

Mit Ghussoun, der Studentin (Bauingenieurwesen), die gerade für die Sprachnachweise büffelt, die sie für die Uni in Deutschland braucht, tausche ich zwischen Tür und Angel noch die Handynummer. Wir wollen uns mal zum Kochen treffen und viieel Deutsch reden.
 

Gamal, einer unserer „Lesejungs“ meldet sich, bevor er sich mit seiner Familie auf den Weg zurück ins Heim in der Bubenhalde macht, noch fürs Waldheim in einem Jahr an. „Nächste Mal ich komme zu Euch."



Ausflug in das Reich der Kelten

Feuerbacher Geflüchtete besuchen Heuneburg

von Michael Zeiß

 

Eisen schmieden, Bronze gießen, ein Kleid aus grober Wolle weben, Schmuck und Werkzeug biegen – lebendiges wie vor 2500 Jahren auf dem Keltenfest im Freilichtmuseum Heuneburg. Und mittendrin, staunend und sehr interessiert, rund 40 Geflüchtete und einige Helfer aus Feuerbach.

 

Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach hat den Ausflug am letzten Samstag mit finanzieller Unterstützung der Diakonie organisiert. „Ihr seid aus fernen östlichen Ländern wegen großer Not zu uns geflüchtet“, wandte sich der ehemalige Referent der Evangelischen Mission für den Nahen Osten, Pfarrer Ulrich Kadelbach, während der Fahrt nach Hundersingen an die Ausflügler im voll besetzten Bus. „Bei den Kelten vor über 2500 Jahren war es umge- kehrt.“

 

Hoch über der jungen Donau erheben sich die Heuneburg, mächtige Wallanlagen und Großgrabhügel. Er ist wohl der älteste namentlich erwähnte Ort in Deutschland. Auch die Geflüchteten beeindruckt das Freilichtmuseum mit den wieder aufgebauten Häusern. „Wir finden das alles interessant, vor allem, wie die Kelten damals gewohnt haben“, sagt Raames R, der mit seiner Frau die Reise in die Bronzezeit mitgemacht hat. „Von den alten Persern, Darius und natürlich auch von Alexander dem Großen haben wir schon viel gehört. Von den Kelten noch nichts“, meint die Syrerin Goussoun A.

 

Die Kelten, natürlich auch ein Volk von tapferen Kriegern. Und so beeindrucken vor allem die jüngeren, männlichen Besucher aus Feuerbach die scharfen Schwerter, die prächtigen Helme und massigen Schilde, die Lanzen, Pfeile und Bogen ganz besonders. Während Ghoussoun A. und ihre Begleiterinnen eher die Natur rund um die Heune- burg fasziniert, die saftig-grüne Farbe der schwäbischen-Alb-Landschaft, der blaue Himmel und die schneeweißen Wolken, der herrliche Blick über die Donau in Richtung Alpen.

 

„Da wurden alle Fragen beantwortet, die Geflüchteten haben viel gelernt“, meint FFF-Sprecher Wolf-Dieter Dorn „Sollen wir so etwas noch mal machen?“ „Ja!!!!!“, schallt der ganze Bus.

Auf dem Weg zur Heuneburg. Syrische Familie beschützt von Helenenkriegern. Schmuck aus der Bronzezeit.  Goldener Helm beeindruckt junge Syrierinnen. Omid und Bido: Schutz mit starkem Schild. Kleiner Mann und goldener Helm



Keltengrab begeistert Flüchtlinge

 

07.07.2017 Wer waren die Kelten? – Darüber wissen jetzt viele der Geflüchteten in Feuerbach Bescheid. Unter der Leitung von Ulrich Kadelbach und unterstützt vom Diakonischen Werk hatten wir einen Bus gechartert und sind gemeinsam, Geflüchtete und Helfer aus dem FFF, ins Keltenmuseum nach Hochdorf nahe Ludwigsburg gefahren. Der Ausflug war schon landeskundlich ein Gewinn. Die Sicht vom Strohgäu über das Lange Feld mit dem Asperg zum Korber Kopf und den Löwensteiner Bergen kannten die Leute aus Syrien, dem Irak, Indien oder Afghanistan mit Sicherheit noch nicht.

 

Auch der Prunkwagen und die fein geschmiedete Liege, auf die der Keltenfürst vor über 2500 Jahren in seinem Hügelgrab nahe Hochdorf gebettet worden war, haben alle in gehöriges Erstaunen versetzt. Die unglaubliche Handwerkskunst der Kelten, zum Beispiel bei Alltagsgegenständen, beeindruckt auch Kenner jedes Mal von Neuem. Umso mehr standen die Flüchtlinge hier mit überwältigtem Staunen vor den Relikten einer für sie noch fremdartigeren Kultur. So manchem wurde erst bei dieser Gelegenheit bewusst, dass diese Kultur in Person der anatolischen Galater ihre Spuren bis in ihre nahöstliche Heimat ausgestreut hat.

 

Wie sehr die Flut an Informationen und Eindrücken den Teilnehmern bei der sommerlichen Hitze zusetzte, hat man den Gesichtern im Museumsdorf bald angesehen. Das Erlebnis hat in seiner sachlichen Fülle alle ermüdet – das Thema jedoch ganz gewiss nicht. Alle Mitfahrenden stiegen bei der Rückkehr begeistert aus dem Bus, wir werden jetzt in den Flüchtlingsunterkünften ständig gelöchert, wann denn der nächste unserer Ausflüge in die Keltenzeit startet.

 

Für die frisch geweckte Neugier und das großartige Gemeinschaftserlebnis danken wir Ulrich Kadelbach und dem Diakonischen Werk Württemberg.

 

Am Samstag, den 5. August, fahren wir auf die Heuneburg und am Montag, 4. September, auf den Ipf. Anmeldungen aus dem Freundeskreis werden von Frau Dorn,
Tel. 850887 oder per E-Mail unter Dorn@ebw-wue.de angenommen."

 

Beim Museum - Unsere Gegend war zur Zeit der Kelten dicht besiedelt - Mohamad übersetzt ins Arabische

Das Grab des Keltenfürsten - In solchen Keltenhäusern wohnten bis zu 25 Personen - Habib übersetzt ins Dari

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                  Wir danken Uli Kadelbach
                                                                  für Idee und Organisation


1. Juli 2017. Ausführlich informieren, den Freundeskreis noch bekannter machen, neue Mitstreiter gewinnen, um Spenden bitten, kulinarisch verwöhnen - der gewohnte Andrang beim Höflesmarkt 2017 war uns willkommener Anlass.

 

Wir sind eine starke Truppe
Wir werden stark gefordert
Hilfe tut not


21.06.17. Treff International
Heiß, doch zum lockeren Gedankenaustausch und sogar zum Basteln nicht zu heiß.


 

 

 

 

 

 

14.06.2017. Spielen, musizieren, Räder reparieren, essen, plaudern beim Treff International ist vieles möglich. Roland Saur nutzt die Gelegenheit für ein eingehendes Beratungsgespräch.



6. und 7. Mai 2017. Der Aussichtsturm auf dem Burgholzhof – weithin sichtbar – ist von Mai bis Oktober samstags und sonntags geöffnet. Bei entsprechendem Wetter kann der Besucher eine fantastische Aussicht genießen. Aber nicht nur das! Denn verschiedene Vereine bieten im Wechsel eine Turmbewirtschaftung an. An diesem Wochen- ende lud die äthiopisch-eritreischen Gemeinschaft zu eritreischen Spezialitäten und Kaffeezeremonien ein.

 

Die eritreischen und äthiopischen Bewohner im Burgholzhof sind ehemalige Flüchtlinge, die schon vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen und inzwischen voll integriert sind.

 

Eine Gruppe unserer Flüchtlinge haben zusammen mit Monika, Marlies und Werner vom FFF haben die Gelegen- heit zum Essen und Trinken, zu Gesprächen und zum Erfahrungsaustausch genutzt und waren begeistert. Wir danken der Eritreischen Community für die tolle Gastfreundschaft!

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11.04.2017. Sprachencafé in der Stadtteilbibliothek

In lockerer Atmosphäre unterhielten sich Flüchtlinge aus dem Irak und aus Syrien mit Führungskräften von Bosch und der Leiterin der Stadtteilbibliothek, Frau Geissler-Howe, über Gastfreundschaft und kulturelle Vielfalt. Der nächste Termin ist am 16. Mai um 17 Uhr in der Stadtteilbibliothek. Thema wird das Schreiben von Bewerbungen sein.

 

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12.04.2017. Hochbetrieb vor und in der Fahrradwerkstatt beim Treffpunkt International
Die bestens eingeführte Fahrradwerkstatt mit dem Treffpunkt International zu kombinieren, bewährt sich.
So lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen und Gemütlichen verbinden.

 

Werkstattleiter Stefan Müller hat stets das passende Werkzeug parat. Bild 1
Hier wird repariert, zugeschaut, erklärt und gelernt. Bilder 2 bis 4
Die Nachwuchsmonteure. Bild 5

 

Verdientes Vespern
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Mit den Kindern in die Stadtbibliothek
Der Verein Leseohren vermittelt Paten, die Kindern vorlesen. Ein Projekt davon ist „Lese-Heimat-Stuttgart“. Flüchtlingskinder kommen in die Stadtbibliothek und die Paten lesen Ihnen dort vor. Für die Kinder ist dies ein Rückzugsraum, ein Ort, an dem sie aus sich herausgehen können und die deutsche Sprache weitergegeben wird.
Zur Zeit läuft das Angebot alle vierzehn Tage für die Kinder aus der Unterkunft Krailenshalde. Ein extra dafür bereitgestellter Bus mit Lesepaten holt die Kinder ab und bringt sie wieder zurück. Werner Lächner und Monika Schüfer vom FFF begleiten die Kinder. Von den Kindern wird das Angebot mit Freude angenommen und sie freuen sich bereits auf die nächste Lesestunde.
Das Foto links zeigt die Ankunft der Gruppe in der Stadtbücherei. Lesepaten begrüßen die Kinder aus den Fenstern im oberen Stockwerk.

 


Fotos: Bundesregierung, Guido Bergmann

07.04.17. Die Kanzlerin hat eingeladen, 140 in der Flüchtlingsarbeit Engagierte kamen. So auch Wolf-Dieter Dorn vom FFF. Frau Dr. Merkel dankte allen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern für ihren Einsatz. Dann fragte sie, hörte zu, notierte sich die Anliegen und ging detailliert darauf ein. Damit Integration gelingen könne, müssten Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Behörden zusammenarbeiten.
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„Zoomania“. Diesen Film konnten sich die Kinder aus den Stuttgarter Flüchtlingsunterkünften ansehen, das Theaterhaus hatte dazu eingeladen. Aus Feuerbach machten sich mehrere Gruppen auf den Weg. Monika Schüfer, Werner Lächner, Thea Härer und Bettina Quaas begleiteten die Kinder.

Die Gruppe aus der Krailenshalde vor dem Theaterhaus.
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31.03.17. Das Osterbacken in der Unterkunft Krailenshalde hat offensichtlich großen Spaß gemacht. Eingeladen dazu haben Werner Lächner und Monika Schüfer. Sie wurden von Bosch-Mitarbeiterinnen tatkräftig unterstützt.

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11.03.17.
Die Arbeitsgruppe Arbeit des FFF hat ein paar Lebensläufe von Flüchtlingen zusammengetragen, um die Stellensuche auch per Internet möglich zu machen. Wer von einer freien Stelle weiß oder einen Flüchtling einstellen möchte, kann sich an die angegebenen Kontaktdaten auf den jeweiligen Lebensläufen oder an die Gruppe Arbeit wenden.

Suhair A. G., Berufswunsch: Erzieherin im Kindergarten oder Altenpflegerin

Frau A. G. ist 39 Jahre alt. Sie kommt aus dem Irak und arbeitete dort nach dem Abitur vier Jahre lang als Kindergärtnerin in einem privaten Kindergarten. Sie ist seit Oktober 2015 in Deutschland, hat zwei Söhne und inzwischen den Deutschkurs A1 abgeschlossen.

Ahmad A.,  Berufswunsch: Elektroniker

Ahmad A. ist Syrer und lebt seit September 2015 in Stuttgart-Feuerbach. Nach Grundschule und weiterführenden Schulen in Aleppo absolvierte er eine Ausbildung im Bereich Bauwesen und war zwölf jahrelang im Rathaus von Aleppo für Infrastrukturprojekte zuständig. Ahmad A. spricht kurdisch, arabisch (fließend) und englisch (A2). Er hat Computer-Grundkenntnisse im Bereich AutoCAD Version 2004.

Alemseged T., Berufswunsch: offen

Alemseged T. lebt seit Frühjahr 2015 in Deutschland, stammt aus Eritrea, ist verheiratet und hat vier Kinder. Er besitzt eine Aufenthaltserlaubnis, hat den Sprachkurs A1 mit Note 2 abgeschlossen und auch schon im Kundenservice und als Umzugshelfer bei einem Sozialunternehmen in Stuttgart gearbeitet. Zurzeit absolviert er den Integrationskurs, Ziel ist der Abschluss B1. Alemseged T. war in Eritrea vor dem Militärdienst als Finanzbeamter beschäftigt, außerdem arbeitete er nebenberuflich als Sprach- und Geschichtslehrer. Tigrinisch ist seine Muttersprache, gute Kenntnisse besitzt er in der englischen und der arabischen Sprache. Auch MS-Office-Kenntnisse kann er vorweisen.

Tesfai A.,  Berufswunsch: Tischler

Tesfai A. stammt aus Eritrea und arbeitete dort von 2012 bis 2014 als Krankenpfleger-Helfer. Er lebt seit 2015 in Deutschland. Er hat eine Aufenthaltserlaubnis, hat ein Praktikum in einer Holzwerkstatt absolviert und die Bildungsmaßnahme „Perspektiven für Flüchtlinge“ besucht. In Deutsch hat er sich Grundkenntnisse erworben, in Englisch erweiterte Grundkenntnisse, Tigrinisch ist seine Muttersprache. 2010 machte er seinen High-School-Abschluss in Sawa Eritrea.