05.09.18. Die pauschale Zuweisung für Bürgerkriegsflüchtlinge an einen festgelegten Wohnsitz durch das Land ist rechtlich nicht zulässig. Das entschied das Oberverwaltungsgericht NRW gestern. Die vom Land erlassene Aus­länder- Wohnsitzregelungsverordnung verstößt gegen ... zum ganzen Text


August 2017. 77 Familien mit insgesamt 305 Personen und 90 Einzelpersonen
suchen derzeit eine Wohnung oder einen Platz in einer Wohngemeinschaft.
Sie leben bislang in einer der drei Feuerbacher Flüchtlingsunterkünfte.

 



21.11.2016: Neues bei der Wohnungsuche – November 2016

 

Zurzeit suchen 26 Familien eine Wohnung:

 

6 Familien mit 1 Kind

2-3 Räume

1 Familie mit 2 Kindern

3 Räume

5 Familien mit 3 Kindern

3-4 Räume

4 Familien mit 4 Kindern

4-5 Räume

1 Familie mit 7 Kindern

5-6 Räume

4 Mütter mit 2 Kindern

2-3 Räume

1 Mutter mit 5 Kindern

4 Räume

4  Ehepaare

2 Räume

22 junge Männer

1-2 Räume oder auch kleinere WGs

  

Neu ist, dass die Anzahl der Wohnung suchenden Familien und Einzelpersonen in den beiden Feuer­bacher Unterkünften Bubenhalden- und Wiener Straße in den letzten sechs Monaten erheblich gestiegen ist. Im November suchen anstelle von 11 jetzt 26 Familien eine Wohnung und anstelle von 13 sind es jetzt 22 Einzelpersonen. In den 26 Familien leben 105 Personen. Absehbar ist, dass in kurzer Zeit noch viel mehr Personen aus Unterkünften eine Wohnung suchen werden. Zum einen steht die Belegung der neuen Systembauten in der Krailenshalde bevor (321 Plätze), zum anderen werden nach und nach die

 

Immerhin konnten in diesem Zeitraum zwei junge Familien mit je einem Kind und ein junger Mann in eigene vier Wände ziehen. Alle vermittelt durch persönliche Kontakte. Keine Reaktion gibt es nach unzähligen Anfragen bei Baugesellschaften, meist nur schnelle Absagen. Kein Glück im Internet auf Immobilienseiten, keine Reaktion – nicht einmal Absagen. Kaum Chancen über den Wohnberechtigungsschein. Ganz aktuell hat eine junge Mutter, die ihr zweites Kind erwartet, diese Woche die Schlüssel für die Wohnung in  einer Wohnungsgesellschaft bekommen. Sie ist auch die einzige, deren Wohnberechtigungsschein zum Lottogewinn wurde. In den Feuerbacher Unterkünften sind die seltenen Angebote durch das Wohnungsamt ausschließlich Alleinerziehenden zugegangen. Keine einzige Familie, auch nicht solche, die schon über ein Jahr einen Wohnberechtigungsschein als Hoffnungsdokument mit sich tragen, sind in den Genuss auch nur einer Vorauswahl gekommen.

 

Wer bislang keine Wohnung gefunden hat, wird lange keine finden. Dazu tragen zwei Fakten bei:

 

Wohnsitzauflage

 

Seit dem 6.8.2016 gibt es eine Wohnsitzauflage, die bestimmt, dass Flüchtlinge, deren Anerkennungsverfahren abgeschlossen ist, in dem Bundesland bleiben müssen (Residenzpflicht), dem sie nach der Erstaufnahme zugewiesen wurden. Sie ist Teil des neuen Integrationsgesetzes, was so viel heißt, wie Integration durch Arbeit. Folglich darf nur noch umgezogen werden in Verbindung mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – auch Leiharbeit (ca. 712 Euro) bzw. einer Ausbildung. Baden-Württemberg hat diese Auflage – nach Bayern - besonders eng umgesetzt und die Wohnsitzverpflichtung auf die einzelnen Stadt- und Landkreise heruntergebrochen. Die Wohnsitzauflage betrifft diejenigen, die nach dem 1.1.2016 ihre Anerkennung erhalten haben. Praktisch hat das bedeutet, dass alle, die unter diesen Voraussetzungen 2016 in einen anderen Stadtkreis gezogen sind, rechtmäßig nach geltendem Gesetz, jetzt wieder – ohne Wohnung – zurückkehren müssen, quasi dann als Obdachlose. Diese Absurdität ist mittlerweile den Bundesländer aufgefallen, und es wurde bestimmt, dass alle “Altfälle”, die zwischen 1.1.16 und 6.8.16 umgezogen sind, als Härtefall bleiben können. Eine Wohnsitzauflage haben sie jetzt, für das neue Bundesland.

 

Chance auf eigene vier Wände sinkt – für viele Monate

 

Bis Ende 2016 werden laut Stuttgarter Flüchtlingsbericht vom September 2016 voraussichtlich 8.800 geflüchtete Menschen in Unterkünften in Stuttgart leben. Nach 24 Monaten endet laut Flüchtlingsaufnahmegesetz diese Unterbringung. Wegen der Wohnungsnot in Stuttgart muss nun befürchtet werden, dass notgedrungen zwei Jahre lang pro Person 4,5 Quadratmeter zum Leben und Schlafen der einzige Aufenthaltsort bleibt. Wer die Systembauten kennt, kann ermessen, wie entmutigend diese Aussicht ist: Ein 14 Quadratmeter großer Raum für drei Personen, ohne Wasseranschluss, ohne Kochgelegenheit. Küche und Dusche und Toilette sind gemeinsam zu nutzen. Die Stadt Stuttgart hat die Berechnung 4,5 Quadratmeter pro Person belassen. Damit ignoriert sie die im Flüchtlingsaufnahmegesetz vom 19.3.2013 (§8) vorgesehenen 7 Quadratmeter für Wohn- und Schlaffläche. Die Übergangsklausel in diesem Gesetz fordert die Anpassung bis 1.1.2016. Die Praxis sieht anders aus.

 

Uns sind Unterkünfte bekannt, in denen Familien veranlasst wurden, zu unterschreiben, dass sie mit dem Raum für vier Personen, also 3,5 Quadratmeter pro Person einverstanden sind. Eine andere Familie mit zwei Kindern, die inzwischen fast ein Jahr in den 14 Quadratmetern lebt, hätte die Möglichkeit gehabt, den Nebenraum mitzubenutzen, da er frei wurde. Dies wurde ihnen seitens der Behörde verweigert.

 

Zeit für eine Änderung beim sozialen Wohnungsbau in Stuttgart – nicht nur für Flüchtlinge.




Familie Al Krkotli sucht eine Wohnung

 

Die Familie, Vater Basel, Mutter Mona und die drei Kinder Mohamad, Shadi und Mustafa kamen im Dezember 2015 nach Deutschland. Sie sind aus ihrer Heimatstadt Damaskus geflohen und nach einem zehntägigen Fußmarsch über den Balkan in Baden-Württemberg angekommen.

 

Heute, fast zwei Jahre später, konzentriert sich Herr Al Krkotli darauf, sein Deutsch zu verbessern, um Arbeit suchen zu können. Die älteren Kinder sind in der Schule, der kleine Mustafa im Kindergarten. Mutter Mona ist bekannt dafür, dass sie köstliche arabische Leckereien backt.

 

Ihr größter Wunsch ist eine eigene Wohnung.

 

Kontakt: Anja.Braun@agdw.de

              Sozialarbeiterin in der Unterkunft Krailenshaldenstraße in Feuerbach

              oder AG Wohnen des FFF: wohnen@ff-feuerbach.de

 

Text:      Christa Cheval-Saur, Oktober 2017



Familie Souliman sucht eine Wohnung

 

Khabat Souliman ist vor eineinhalb Jahren aus Syrien geflohen. Er ist Kurde und hat nach dem Abitur zehn Jahre lang als Maler im elterlichen Betrieb gearbeitet. Hier hat er sich auf das Erlernen der deutschen Spra- che konzentriert – mit Erfolg. Er kann sich gut verstän- digen.

Ohne Erfolg ist bislang seine engagierte Wohnungs- suche geblieben. Dabei wäre es gerade jetzt gut, aus dem 14-qm-kleinen Zimmer der Unterkunft Buben- halde in eine Wohnung zu kommen.

Seit einem halben Jahr lebt er wieder mit seiner Familie zusammen. Seine Frau Wadha und die kleine Tochter Aifa. Sie ist vier Jahre alt, sehr aufgeweckt, besucht den Kindergarten und spricht schon deutsch. Demnächst werden sie zu viert sein.

Am liebsten würden sie in Stuttgart oder auch in der Region Stuttgart wohnen.

  

Kontakt: khabatsouliman@gmail.com

Mobil: 01573 2298214


Amanuel Asefaw sucht einen WG-Platz

 

Hallo zusammen,
mein Name ist Amanuel Asefaw. Ich bin 24 Jahre alt, ledig und komme aus Eritrea. Seit April 2015 bin ich in Deutschland und wohne momentan in Stuttgart-Feuerbach in einer Flüchtlingsunterkunft. Zwischenzeitlich habe ich die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten und suche daher ein WG-Zimmer.
Ich arbeite bei der Firma ZEH als Lagerarbeiter. Meine Muttersprache ist Tigrinisch. Ich habe Grundschulabschluss. Im Deutschunterricht habe ich mit B1 angefangen. Ich bin offen für neue Kulturen und habe schon Erfahrung im Zusammenleben mit anderen Nationalitäten. Ich bin sport- lich interessiert. Ich bin unkompliziert, Nichtraucher und habe keinerlei Haustiere.

Der Einzugstermin ist für mich flexibel. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch bei mir meldet und wir einen Besichtigungstermin vereinbaren könn- ten. Tagsüber bin ich per E-Mail: asefaw999@gmail.com oder per Handy (015210570829) am besten zu erreichen.


Mulugeta Melake sucht einen WG-Platz

 

Hallo zusammen,
mein Name ist Mulugeta Melake. Ich bin 29 Jahre alt und komme aus Eritrea. Ich bin ledig. Seit März 2015 bin ich in Deutschland und wohne momentan in Stuttgart-Feuerbach in einer Flüchtlingsunterkunft. Zwi- schenzeitlich habe Ich die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten und suche daher ein WG-Zimmer.
Ich habe Grundschulabschluss. Meine Muttersprache ist Tigrinisch. Ich kann auch etwas Arabisch sprechen. Im Deutschunterricht habe ich mit A1 angefangen. Ich bin offen für neue Kulturen und habe schon Erfah- rung im Zusammenleben mit anderen Nationalitäten. Ich bin sportlich interessiert. Ich bin unkompliziert, Nichtraucher und habe keinerlei Haustiere.

Der Einzugstermin ist für mich flexibel. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch bei mir meldet und wir einen Besichtigungstermin verein- baren könnten. Tagsüber bin ich  per Handy (015210554821) oder per E-Mail: mulugetamelake1988@gmail.com oder am besten zu erreichen.


Teklehaimanot Alemseged sucht einen WG-Platz
Hallo zusammen,
mein Name ist Teklehaimanot Alemseged. Ich bin 45 Jahre alt, komme aus Eritrea, bin verheiratet und habe 4 Kinder in Eritrea. Ich bin seit Mai 2015 in Deutschland und wohne momentan allein in Stuttgart-Feuerbach in einer Flüchtlingsunterkunft. Zwischenzeitlich habe ich die Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhalten und suche daher ein WG-Zimmer.
Ich habe in Eritrea als Finanzbeamter und als Sprach- und Geschichts-lehrer gearbeitet. Meine Muttersprache ist Tigrinisch; ich besitze gute Kenntnisse der englischen und arabischen Sprache. In Deutsch kann Ich mich gut verständigen. Ich bin offen für neue Kulturen und habe schon Erfahrung im Zusammenleben mit anderen Nationalitäten. Ich bin sportlich interessiert, unkompliziert, Nichtraucher und habe keinerlei Haustiere.

Der Einzugstermin ist für mich flexibel. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch bei mir meldet und wir einen Besichtigungstermin vereinbaren könnten. Tagsüber bin ich per E-Mail: alemtekle337@yahoo.com oder per Handy (0176/27025985) am besten zu erreichen.




20.04.2017. Diese Familie sucht eine Wohnung

Bis zum 31. Dezember 2016 war es ziemlich gefährlich in Afgha-nistan. Und nach dem Abzug der Bundeswehr nach Mazar e Sharif befürchtete man offiziell zumindest für Ortskräfte in der Gegend von Kundus noch Schlimmeres. Denn Familienvater M. K. B. erhielt eine schriftliche Zusage vom Bundesinnenministerium, dass er sich und seine Familie mit Visum „dauerhaft“ in Deutschland aufhalten kann.

 

Christa Cheval-Saur und Michael Zeiß haben die Fluchtgeschichte dieser Familie aufgeschrieben. Zum Beitrag