10.10.18. Die Nord-Rundschau der Stuttgarter Zeitung berichtet über die offene Bürgerversammlung, die am 08.10.18 in der Bürgeretage der Freien Musikschule stattgefunden hat. Zum Text


Kurzbericht offene Bürgerversammlung des Freundeskreis-Flüchtlinge Feuerbach am 19. März 2018
von Michael Zeiß

 

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der FFF-Bürgerversammlung: die Anforderungen an die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und die im Burgenlandzentrum geplanten Begegnungsräume.

 

In seinem kurzen Vortrag skizzierte Gari Pavkovic, Leiter der Abteilung Integrationspolitik im Referat für Soziales und Integration der Stadt Stuttgart, die aktuellen Anforderungen an das Flüchtlings-Ehrenamt. Diese Anforderungen haben sich gewandelt, es sei zunehmend eine individuellere und spezifischere Begleitung im Sinne von Patenschaften erforderlich. Damit verbunden sei auch der Bedarf an Fortbildungen für die Paten, wie es bspw. beim Thema Arbeitsmarktintegration in verschiedenen Projekten organisiert sei. Eine individuellere Begleitung ist zeitintensiver, so dass manche Ehrenamtliche abspringen. Und es sei belastend, mit zunehmenden Ablehnungsbescheiden umzugehen. Es bedarf es oft der rechtlichen Beratung. Etwa 44 Prozent der BAMF-Ablehnungsbescheide werden bundesweit von Gerichten als unzulässig zurückgewiesen.

 

Besonders wichtig sei auch die Einbindung der Geflüchteten in die Gemeinschaftsräume im Stadtbezirk, was der FF in Feuerbach im Zusammenhang mit den geplanten Begegnungsräumen auch verstärkt beabsichtigt.

 

Die Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart wird ab 2018 besonders die Eigeninitiativen der Flüchtlinge unterstützen (Empowerment), so Pavkovic. Das kann beinhalten: Befähigung der schon besser integrierten Geflüchteten, sich selbst in einem Freundeskreis oder im Stadtteil zu engagieren und/oder Patenschaften für andere Flüchtlinge zu übernehmen.

 

Wichtig für die Arbeit eines Freundeskreises sei natürlich auch ein ständiger Kontakt mit den Koordinator/innen für das Bürgerengagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt Stuttgart. Gari Pavcovic bot auch ausdrücklich konkrete Hilfestellung durch ihn oder die Mitarbeiter/Innen seines Referates an, zum Beispiel bei den Fördermöglichkeiten zur Einrichtung von 450-Euro-Jobs im Rahmen des Stuttgarter Empowerment-Programms (www.stuttgart.de/empowerment). Was natürlich auch der personellen Ausstattung der neuen Begegnungsräume zu gute kommen kann.

 

Zum Stand der Dinge bei den geplanten Begegnungsräumen im Burgenlandzentrum berichtete dann FFF-Koordinator Roland Saur. Er bedauerte, dass „der Gemeinderat mit Mehrheit in den letzten Haushaltsberatungen den Antrag auf ein Familienzentrum für Feuerbach abgelehnt hat, aber es gibt ein Angebot des Sozialamtes für ein Willkommens- und Begegnungszentrum.“ Für 2018 und 2019 seien zusammen 60.000 € genehmigt, Träger der Einrichtung ist die evangelische Kirchengemeinde Feuerbach.

 

Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach sehe gute Möglichkeiten, die Räume im Burgenlandzentrum zu belegen. Dreimal drei Stunden wöchentlich gibt das Sozialamt als Vorgabe, die vom Träger (unter Mithilfe des Freundeskreises) gefüllt werden müssen. Und Saur weiter: „Wir nehmen das Angebot gerne an, sagen aber auch, dass der Freundeskreis nur begrenzte Kapazitäten hat.

 

Wir sind kein Verein. Wir können keine Sozialarbeiter/Innen als Arbeitskräfte stellen. Der Träger muss das Begegnungszentrum „professionell“ organisieren, damit Bürger und Flüchtlinge nachhaltig zusammen kommen können.“ Er weist auch darauf hin, dass wenn es um Förderung und Integration gehe, sei die Probleme der ansässigen Geflüchteten vor allem soziale Probleme sind und damit ganz ähnlich sind wie die von Deutschen, die schön länger hier in prekären Verhältnissen lebten. „Sehr sinnvoll wäre es“, so Saur, wenn wenigstens einer der in den Unterkünften arbeitenden Integrationsmanager in Feuerbach zu festen Zeiten in den Willkommensräumen ansprechbar wäre.“ Viele Flüchtlinge fänden nämlich auch außerhalb eine Wohnung oder einen Unterschlupf.

 

Nach Stand heute könnten folgende Angebote des FFF im Burgenlandzentrum weiter geführt werden: der regelmäßige Treff International im Jugendcamp Feuerbach, der jeden Mittwoch von 18 Uhr bis 21 Uhr als offener Abend angeboten wird, da die Räume nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn das Jugendcamp saniert wird. Der FFF biete jetzt schon Beratungstermine für Geflüchtete an, die in Privatwohnungen leben. Es gebe auch einen Lesekreis für geflüchtete Frauen in deutscher Sprache. Dann träfen sich einmal im Monat geflüchtete Frauen zu einem Café-Termin. Wünschenswert wäre ein offener Café-Betrieb, besonders für Frauen mit Kindern. Auch seien Geflüchtete in den Überlegungen zur konkreten Ausgestaltung des Konzepts sehr bewusst einzubeziehen.

 

Roland Saur machte aber auch deutlich: „Es notwendig, mit einer 30-40 Prozent professionell ausgestatteten Stelle die Basis dafür zu schaffen, dass das geplante, letztlich für Feuerbach(!) wichtige Begegnungszentrum sinnvoll und wirksam geleitet werden kann. Es geht immerhin um Integration statt Ghettobildung.“ Von Seiten der evangelischen Kirchengemeinde sei auch angedacht, zwei 450- €-Stellen – möglichst für Geflüchtete - zu schaffen. (Anmerkung: Finanzierung, wie gerade von Gari Pavkovic gehört, durch das Programm der Stadt “Empowerment von Geflüchteten“.

 

Organisatorisch müsse auch geklärt werden, wer zum Beispiel außer dem Freundeskreis noch an Konzeption und Ausgestaltung der Begegnungsräume beteiligt ist. „Das Procedere organisiert der Träger, hier liegt die Verantwortung, für Gestaltung und Durchführung des Projektes „Begegnungsräume“, so Saur. Gefragt seien auch Ideen und Unterstützung aus dem Stadtteil: Wirtschaft, Kirchen, Bezirksbeirat und -amt, Vereine, Kulturträger, Sozialträger aus den Sammelunterkünften etc. Fruchtbare Kontakte zu pflegen sei sicher auch eine Aufgabe der Leitung der Begegnungsräume.

 

Roland Saurs das Fazit: „Die neuen Willkommensräume bieten gute Möglichkeiten, das Zusammenleben im Stadtteil zu bereichern. Wir vom Freundeskreis sind gerne bereit, uns mit einzubringen.“

 

Viel Zustimmung gab es im Besucherkreis, aber auch einige Fragen: wie läuft das mit der Finanzierung im Zusammenhang mit Mieten etc. der Räume im Burgenlandzentrum, die der Stadt gehören? Klappt die Kooperation mit der Berufsschule „Farbe und Gestaltung“ in Sachen Renovierung? Und dann der Zeitdruck, am 1. Mai soll alles losgehen.


Noch ist viel zu tun – Was ein Freundeskreis anpacken kann
von Gari Pavkovic und Michael Zeiß

 

Am 19. März findet um 19 Uhr wieder die offene Bürgerversammlung des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach im Bürgerzentrum statt. Gari Pavkovic, der Leiter der Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart, hat sich freundlicherweise bereitgefunden, bei der FFF-Bürgerversammlung einen Impulsvortrag zur aktuellen Flüchtlings- und Integrationspolitik der Stadt Stuttgart zu halten. Wir haben seine Vorstellungen zur Arbeit eines Flüchtlings-Freundeskreises hier schon einmal kurz zusammengefasst.

  • Die Anforderungen an die Ehrenamtlichen in den Flüchtlings-Freundeskreisen ändern sich. Es ist zunehmend eine individuellere und spezifischere Begleitung im Sinne von Patenschaften erforderlich. Damit verbunden ist der Bedarf an spezifischen Fortbildungen für die Paten, wie es bspw. beim Thema Arbeitsmarktintegration im BILO-Projekt organisiert ist. Eine individuellere Begleitung ist zeitintensiver, sodass manche Ehrenamtliche abspringen.
  • Und es ist belastend, mit zunehmenden Ablehnungsbescheiden umzugehen. An diesem Punkt bedarf es oft der rechtlichen Beratung. Etwa 44 Prozent der BAMF-Ablehnungsbescheide werden bundesweit von Gerichten als unzulässig zurückgewiesen.
  • Besonders wichtig ist die Einbindung der Geflüchteten in die Gemeinschaftsräume im Stadtbezirk, was der FF in Feuerbach auch verstärkt tut.
  • Die Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart wird ab 2018 besonders die Eigeninitiativen der Flüchtlinge unterstützen (Empowerment). Das kann beinhalten: Befähigung der schon besser integrierten Geflüchteten, sich selbst im FF oder im Stadtteil zu engagieren und/oder Patenschaften für andere Flüchtlinge zu übernehmen.
  • Wichtig für die Arbeit eines Freundeskreises ist  natürlich auch ein ständiger Kontakt mit den Koordinatorinnen für das Bürgerengagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt Stuttgart.

Der Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach freut sich auf den Referenten und eine engagierte Diskussion.


 

Öffentliche Veranstaltung des Freundeskreises Flüchtlinge am 22.11.2017:

 

Flüchtlingen das Einleben erleichtern!

 

Mit fünfzig interessierten Einwohnerinnen und Einwohnern aus Feuerbach war die öffentliche Veranstaltung des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach gut besucht. Nach dem Grußwort des Sprechers Wolf-Dieter Dorn berichtete die Bezirksvorsteherin Frau Andrea Klöber in ihrem Beitrag über Erreichtes, zum Beispiel dass in Feuerbach alle schulpflichtigen Kinder von Geflüchteten zur Schule gehen und dass mit dem Pakt für Integration die Schulsozialarbeit an Schulen in Feuerbach aufgestockt wird. Angesprochen auf ein Stadtteil- und Familienzentrum in Feuerbach mit Begegnungsräumen für Flüchtlinge, die im Rahmen des Integrationspaktes der Landesregierung finanziell und personell unterstützt werden sollen, bekräftigte Frau Klöber, dass sie sehr interessiert und in der Sache tätig sei, aber leider sehe sie noch kein Zentrum. In den Haushaltsberatungen des Gemeinderates werde zurzeit entschieden, ob und wie viel Geld das Jugendamt für solche Zentren bekommt.

 

Denis Bieler vom baden-württembergischen Flüchtlingsrat hielt anschließend seinen Vortrag zu den Asylverschärfungen und den Herausforderungen für die Freundeskreise. Sehr kritisch sah er die neuere Gesetzgebung, mit der die Ausreisepflicht durchgesetzt werden soll. Bei Aufnahme von Flüchtlingen in Erstaufnahmelagern sollen die Mobilfunkgeräte abgenommen und ausgelesen werden. Es sei sogar geplant, deren Asylanträge in einem Schnellverfahren vor Ort zu entscheiden, so dass die Betroffenen bis zum Ende des Asylverfahrens in den zentralen Einrichtungen verbleiben müssten. Die Entscheidung, das Gesetz umzusetzen, liege beim Land. Unterstützung durch Ehrenamtliche werde bei zentraler Unterbringung fast ausgeschlossen. Das sei umso dramatischer, wenn man weiß, wie fragwürdig manche Asylverfahren laufen. Und es gebe Vorfälle, dass Geduldete kurzfristig zur Abschiebung abgeholt werden. Die Asylverfahren seien politisch beeinflusst. So war die Anerkennungsquote bei Afghanen im Jahr 2016 bei über 70 Prozent, dann nach Anweisung des Innenministers de Maizière sank sie auf unter 50 Prozent. Denis Bieler forderte die Ehrenamtlichen auf, ihre Stimme zu erheben und Protest nicht dem rechten Spektrum zu überlassen. Der Flüchtlingsrat versteht sich als Interessenvertretung und versucht, Druck auf die Politik auszuüben. Er verwies auf die Kundgebung und Demonstration am 9.12.2017 um 14 Uhr in der Lautenschlagerstraße unter dem Titel: „Für eine Welt, in der niemand fliehen muss! Keine Abschiebungen in Krieg und Elend!“

 

Aus den Unterkünften berichteten die SozialarbeiterInnen über einige Erfolge von Geflüchteten bei der Wohnungssuche. Aber die weitaus größte Zahl der Geflüchteten wohnt noch in den Unterkünften, vor allem auch Familien. Viele sind anerkannt und könnten ausziehen. Zu der gesetzlichen Regelung, dass eigentlich pro Bewohner sieben Quadratmeter zur Verfügung stehen müssten, konnte keine Auskunft gegeben werden. Noch leben die meisten zu dritt in Zimmern mit 14 Quadratmetern.

 

Anschließend berichteten die Arbeitsgruppen des Freundeskreises über Deutschkurse, bei denen inzwischen vor allem Einzelbetreuung gefragt sei, über Freizeitaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen (auf Initiative des FFF können nun einige Kinder pädagogisch betreute Reitkurse besuchen) und über die schwierige Unterstützung der Geflüchteten bei der Wohnungssuche. Besonders kritisiert wurde, dass die Wohnsitzauflage immer noch gilt. Die anerkannten Asylbewerber, die nach dem 1.1.2016 ihre Anerkennung bekommen haben, dürfen nicht in Regionen außerhalb Stuttgarts ziehen. Nur wenn sie eine Arbeitsstelle gefunden haben, ist ein Umzug möglich. Dies ist umso dramatischer, da der Bestand an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum in Stuttgart sinkt. Es wurde an die EinwohnerInnen in Feuerbach appelliert, den Geflüchteten zur Seite zu stehen (siehe Anlage). Heftige Kritik gab es an den zu den hohen Nutzungsgebühren, die den Geflüchteten ab 1.09.2017 in Rechnung gestellt werden. Wenn eine Familie sieben Quadratmeter pro Person hat und zwei Kinder zur Familie gehören, dann werden Unterkunftskosten in Höhe von 2.424 € berechnet. Selbst bei einer Vollerwerbstätigkeit führt dies zwangsläufig zum Gang zum Job Center, um aufstockende Leistungen zu beantragen. Die Familie gerät in die Armutsfalle und solange sie in der Unterkunft wohnt, kommt sie daraus nicht heraus. In den jetzigen Haushaltsberatungen verlangen SPD und SÖS, Linke, PluS die Aussetzung dieser Erhöhung.

 

Besonders hingewiesen wurde auch auf die geplante Weihnachtsfeier am 13. Dezember ab 18 Uhr im Jugendtreff CAMP in der Wiener Straße, in dem ja jeden Mittwoch für Geflüchtete und Feuerbacher Bürger der Treffpunkt International stattfindet.

 

Um 21 Uhr endete die Veranstaltung und der Moderator Michael Zeiß bedankte sich bei allen für ihren Einsatz und die spannende Diskussion.

 

 






Einladung zur öffentlichen Veranstaltung des FFF

Wir vom Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach laden alle Einwohnerinnen und Einwohner unseres Stadtbezirks zu unserer öffentlichen Veranstaltung ein. Sie findet
 

am Mittwoch, 22. November.2017, 19 Uhr
im Freien Musikzentrum, Stuttgarter Straße 15
Bürgeretage, erster Stock
 

Folgender Ablauf ist geplant:

1.  Begrüßung durch Wolf-Dieter Dorn

2.  Grußwort der Bezirksvorsteherin Frau Andrea Klöber zum Thema "Flüchtlinge in Feuerbach"

3.  Impulsvortrag von Denis Bieler zu den Änderungen im Asylrecht und den Anforde­rungen für die Freundeskreise

4.  Kurzberichte von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern aus den Unterkünf­ten

5.  Kurzberichte aus den Arbeitsgruppen des FFF über ihre Tätigkeit und geplante Aktivitäten wie Weihnachtsfeier und weitere Initiativen des FFF.

6.  Schlusswort

Zu jedem Bericht wird Diskussionszeit eingeplant.

 

FFF Freundeskreis Flüchtlinge Feuerbach

 

Wolf-Dieter Dorn     Roland Saur     Michael Zeiß

 



27. März 2017. Helfende Hände sind gefragt: offene Versammlung des FFF

 

Knapp 50 Bürgerinnen und Bürger waren in das Kultur- und Bürgerhaus Feuerbach gekommen. Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Ramp begrüßte die Anwesenden und hob die positiven Rückmeldungen über das Zusammenleben von Geflüchteten und Anwohnern in Feuerbach hervor. In Feuerbach gebe es 673 Geflüchtete aus 28 Ländern, davon 40 Prozent aus Syrien, 23 Prozent aus Irak, 16 Prozent aus Afghanistan. 64 Prozent der Geflüchteten in Feuerbach seien Familien. Auf Nachfrage teilte sie mit, dass sie sich vorstellen könnte, den in Aussicht gestellten Integrations-Manager beim Job-Center anzudocken. Integrations-Manager sind jetzt im Rahmen des neuen Integrationsprogramms von Land und Gemeinden vorgesehen.

 

FFF-Sprecher Wolf-Dieter Dorn gab einen kurzen Überblick über die Situation der Geflohenen in Feuerbach und über neue Anforderungen an die Helfer-Kreise: immer mehr Einzelbetreuung und Patenschaften. Immer mehr Anfragen kämen auch aus den Unterkünften, Flüchtlinge bei den Anhörungsterminen zu begleiten. Gerne werde er die Einladung der Kanzlerin wahrnehmen, die sich bei Vertretern ausgesuchter Freundeskreisen persönlich im Kanzleramt für deren Einsatz bedanken will. Im Gepäck wird er einen Brief mit der Forderung mitbringen, die Bundesregierung möge die Abschiebepolitik für Afghanen ernsthaft überdenken.

 

Die Sozialarbeiterinnen von Bubenhalde und Krailenshalde zur aktuellen Lage: viel Routine, viele Ängste. Die Anerkennungen kommen jetzt schneller, es gebe aber auch Ablehnungen. Unter den Afghanen mache sich Angst vor Abschiebung breit. Immer mal wieder gebe es (sogar) Umzüge in eigene Wohnungen, natürlich ab und an auch Schlichtungen bei Streitereien zwischen den Bewohnern in den Sammelunterkünften, Bedarf vor allem an Kinderbetreuung, Suche nach Kindergartenplätzen. Im Mai soll in der Unterkunft Krailenshalde ein Frühlingsfest mit Bewohnern, Nachbarn und Feuerbacher Bürgern gefeiert werde. Der FFF hat Unterstützung signalisiert. Mehrere Geflüchtete hätten auch Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze gefunden.

 

Beeindruckend dann die vier Geflüchteten, die sich zu Wort meldeten und über ihre Lage berichteten. Einerseits empfinden sie große Dankbarkeit gegenüber der Gastfreundschaft und Hilfe in Feuerbach, die beiden Syrerinnen sprachen von konkreten Jobangeboten (z. B. im Haus der Geschichte) und klaren Zielen; andererseits zehre die Bürokratie an den Nerven der Migranten, lange Wartezeiten auf Termine, die dann doch nicht eingehalten werden, beengte Wohnverhältnisse in den Sammelunterkünften (drei Personen auf 14 Quadratmetern!) und Angst vor Abschiebung.

 

Zum Schluss berichteten die Vertreter der einzelnen Arbeitsgruppen. Herr Schneider hob in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch die Sportvereinigung Feuerbach hervor. Es gebe Sportangebote und für Kinder Schwimmkurse. Von Flüchtlingsfrauen wurde der Wunsch geäußert, Gymnastikkurse für deutsche und ausländische Frauen anzubieten.

 

Überall wäre die Freude groß, wenn sich neue freiwillige Helfer finden könnten. Also bitte melden: info@ff-feuerbach.de. Ganz besonders wichtig und ganz besonders problematisch die Wohnungssituation in Stuttgart. Christa Cheval-Saur bittet alle Besucher, doch im persönlichen Umfeld nach eventuell freien Wohnungen zu suchen und zu animieren, den Wohnraum auch Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Sie unterstreicht auch, dass hier Patenschaften nötig und sinnvoll wären. Der FFF startet demnächst eine größere Aktion mit Flyern, kleinen Plakaten und einer Zeitungsanzeige.

Habib ist schon lange in Deutschland, versucht seinen Hauptschulabschluss zu machen, hatte endlich einen Anhörungstermin in Karlsruhe, wurde aber wieder nach Stuttgart zurückgeschickt, weil die Termine in der Behörde zu eng getaktet waren.

Ghousson (links) und Raua Bakhet aus Syrien berichten über ihre Situation in Stuttgart in Stuttgart; Ghousson möchte eine ältere Dame zum Beispiel beim Einkauf unterstützen und dabei noch besser Deutsch lernen, ihr Ziel ist es, zu studieren. Raua ist Mutter von vier Kindern und arbeitet als Übersetzerin, zum Beispiel bei Veranstaltungen im Haus der Geschichte.

Thea Härer bittet die Gäste um Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

 

Aref Afagh berichtet über die schwierige Situation der Migranten aus Afghanistan, die große Ängste davor haben, nicht anerkannt zu werden.

Sanela Dzaferi berichtet über die Deutsch- und Mathe-Kurse des FFF; auch neue Lehrkräfte, vor allem für Einzelbetreuung, sind gefragt.


Mittwoch, 13.07.16: Informationsabend des Freundeskreises Flüchtlinge Feuerbach
Rund 60 Mitglieder des Freundeskreises und interessierte Bürger Feuerbachs kamen in den großen Saal des Freien Musikzentrums Feuerbach, um sich über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in der Stadt zu informieren.

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